Hochwasser, Schnee und Stürme haben am Ende der Woche in Teilen Europas, Asiens und Afrikas Zehntausende beeinträchtigt. In Venedig stand wieder der Markusplatz unter Wasser. Schulen waren genauso wie der Dogenpalast geschlossen. Im Südosten Frankreichs waren wegen heftigen Schneefalls Hunderttausende ohne Strom. In Österreich wurde eine Warnung der höchsten Kategorie wegen Schnees und Regens für Osttirol und Teile Kärntens ausgegeben. In Bayern riss ein Föhnsturm bei Garmisch-Partenkirchen zahlreiche Bäume um. Im Krisenland Sudan sind von den seit Monaten andauernden Überschwemmungen Hunderttausende betroffen. In Pakistan starben Dutzende bei schweren Unwettern in der Wüste Thar. Ein Überblick:
VENEDIG: Die Lagunenstadt wurde erneut überflutet. Der überschwemmte Markusplatz wurde am Freitag gesperrt. Der Bürgermeister rief Einwohner und Touristen zur Vorsicht auf. Rund 70 Prozent der historischen Stadt seien überschwemmt, berichteten Medien. Die Kunstausstellung Biennale, die noch bis 24. November geht, war am Freitag geöffnet. In der Nacht zu Mittwoch hatte das Wasser so hoch wie seit mehr als 50 Jahren nicht gestanden. Das Meerwasser beschädigt Denkmäler und Kunstschätze. Seit Jahren wird um das System namens „Mose“ gestritten, das es eigentlich schon seit Jahren geben soll. Bürokratie, Korruption und Skandale verzögern den Bau allerdings. Die ausfahrbaren Barrieren sollen nun 2021 fertig sein.

SÜDSUDAN: Im Krisenland Südsudan sind von den seit etwa Juli andauernden schweren Überschwemmungen Hunderttausende betroffen. Man sei zutiefst besorgt vor allem über die mehr als 200.000 Kinder, teilte die Organisation Save the Children mit. Mehr als 908.000 Bürger des Landes sind dem UN-Nothilfebüro (Ocha) zufolge von den Überschwemmungen betroffen. Insgesamt sind laut Ocha mindestens 2,5 Millionen Menschen in Ostafrika – darunter auch Uganda, Äthiopien, Somalia und Kenia – von Überschwemmungen betroffen. Viele von ihnen leiden bereits unter Hunger und sind Opfer von Konflikten.

PAKISTAN: Bei Unwettern in der Wüste Thar in der südpakistanischen Provinz Sindh kamen mindestens 27 Menschen ums Leben. Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen. Mehrere abgelegene Dörfer seien von der Außenwelt abgeschnitten, hieß es von den Behörden.
FRANKREICH: Wegen heftiger Schneefälle waren am Freitag im Südosten Frankreichs weiter Hunderttausende Menschen ohne Strom. In den Départements Drôme, Isère, Rhône und Ardèche waren rund 320.000 Haushalte ohne Strom, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Rund 2.000 Mitarbeiter waren im Einsatz, um die Schäden zu beheben. Bereits am Donnerstagabend hatte der Wintereinbruch im Osten des Landes für Chaos auf Straßen und Schienen gesorgt.

SPANIEN: Ein verfrühter Wintereinbruch machte auch Millionen von Spaniern zu schaffen. In der nördlichen Hälfte des Landes waren weite Teile am Freitag schon frühmorgens nach heftigen Schneefällen in der Nacht mit einer dicken und großflächigen weißen Decke überzogen. Die Schneefallgrenze fiel in einigen Regionen auf 700 Meter. Mehr als 80 Straßen, darunter wichtige Landstraßen und Autobahnen, wurden gesperrt oder waren für normale Autos nahezu unbefahrbar, wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Der Wetterdienst Aemet hatte zuvor am Freitag für 20 der insgesamt 50 Provinzen des Landes Alarmstufe Orange oder Gelb ausgegeben. Auf des Deutschen liebster Urlaubsinsel Mallorca war es am Freitag vorwiegend kalt, windig und regnerisch; in den Bergen fiel der Niederschlag sogar auch in Form von Schnee.

DEUTSCHLAND: Ein schwerer Föhnsturm hielt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen (Bayern) die Feuerwehr auf Trab. Es seien vor allem zahlreiche Bäume umgerissen worden. Besonders betroffen waren laut Feuerwehr die bekannten Orte Garmisch und Mittenwald. Die Bahn sperrte nach dem Sturm vorübergehend mehrere Zugstrecken. Als Föhn wird ein warmer, trockener Fallwind bezeichnet, der hangabwärts gerichtet ist und häufig an den Rändern größerer Gebirge auftritt.

ÖSTERREICH: In Österreich gab die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik für Freitag eine Warnung der höchsten Kategorie wegen Schnees und Regens für Osttirol und Teile Kärntens aus. „Regen und Schneefall können hier weiterhin für umstürzende Bäume, Überschwemmungen und Hangrutschungen sorgen.“ Nach einer Pause am Samstag sind am Sonntag erneut Niederschläge von bis zu 90 Litern pro Quadratmetern in Oberkärnten und Osttirol möglich. (dpa)

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