Jedenfalls widmet die Branche besagter Generation verstärkte Aufmerksamkeit. Aus gutem Grund! Einerseits verfügen diese Interessenten über ausreichend Kaufkraft für den Schritt zum Eigenheim, andererseits legen diese Menschen zwischen fünfundzwanzig und fünfunddreißig Jahren ein verändertes Kaufverhalten an den Tag als die Generationen zuvor.
Ungestillte Sehnsucht in unsicheren Zeiten
Und das im Grunde gegen den ansonsten für „Millennials“ oder „Digital Natives“ gängigen Trend, heißt: für Menschen, deren Geburtsdatum zwischen den frühen Achtzigern und den späten Neunzigern liegt.
Ihr Lebensgrundsatz liest sich gängigerweise wie folgt: Ein eigenes Auto? Braucht kein Mensch, kann ich sharen! Pauschalreisen? Viel zu unflexibel!
Wenn es jedoch um die eigenen vier Wände geht, werden selbst dreißigjährige „free lancer“ recht unerwartet zu wertkonservativen Jüngern der Bausparbranche. Ein Widerspruch? Nicht wirklich: Aufgewachsen zwischen Terrorangst und Finanzkrise, gelten die heute Spätzwanziger in ihrer Verunsicherung strukturkonservativ, heißt: nüchtern und teils sogar spießig.
Für diese sesshaft gewordene Generation „Y“ ist die Sehnsucht nach einer Eigentumswohnung, lieber noch ein Eigenheim in ruhiger Lage, die offensichtliche Reaktion auf viele ihrer Ängste.
Wo gehöre ich hin? Natürlich in meine eigene Wohnung, in mein eigenes Haus.
Hintergrund: Flexibel, mobil und vernetzt
Gebildet und flexibel, vor allem aber die erste Generation, die größtenteils in einem Umfeld digitaler Vernetzung und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Als „Y“ (ein Begriff, der im Jahre 1993 im Marketingmagazin „Advertising Age“ erstmals auftauchte) wird jene Generation bezeichnet, die zwischen 1980 und 2000 geboren ist. Eine zeitliche Einordnung, durch die sie in der Nachfolge der Babyboomer (bis 1965) und der Generation „X“ (bis 1980) steht. Eine Generation, über deren präzise „DNA“ freilich weiter kontrovers diskutiert wird. Zu den hervorstechenden Merkmalen zählt sicherlich, dass „Y“ besonders technikaffin ist. Zudem gibt es ein weiteres Charakteristikum: „Y“ strebt nach Selbstverwirklichung - beruflich wie privat. Ein wichtiger Wert ist die „Work-Life-Balance“, auch ist sich die Generation darüber im Klaren, dass es den Job „auf Lebenszeit“ kaum noch gibt. Stattdessen wird Weiterentwicklung großgeschrieben. Lediglich in Immobilienfragen scheint die Generation traditioneller zu denken und zu handeln als vermutet. Nicht selten nach dem Leitsatz: Koste es, was es wolle - Hauptsache vier eigene Wände.

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