An dieser Stelle beleuchtet die GrenzEcho-Redaktion das Zeitgeschehen aus zwei gegensätzlichen Blickwinkeln. Die Fußball-Weltmeisterschaft begeisterte mit großen Geschichten und Stars, stand aber auch wegen Kommerz, politischer Inszenierung und hohen Belastungen in der Kritik. War sie dennoch ein gelungenes Turnier? Ja, sagt GE-Redakteur Jan Johanns (Pro). Eine deutlich kritischere Bilanz zieht sein Kollege Maxime Ortmans (Contra).
Spaniens Spieler feiern mit dem WM-Pokal den zweiten Weltmeistertitel der Landesgeschichte. War die Fußball-WM trotz aller Kritik ein gelungenes Turnier? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Foto: Photo News
Pro – Jan Johanns
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Keine Spielszene und kein Spiel dieser WM werden so in Erinnerung bleiben, wie der Kniefall der Fifa vor dem US-Präsidentendarsteller Trump.
Die Fifa hat nicht nur damit dokumentiert, welchen untergeordneten Stellenwert der Sport bei diesem Großereignis in Wirklichkeit hatte.
Insofern ist die gestellte Frage einfach zu beantworten.
Von Werner Radermacher - Mittwoch 22 Juli 2026, 21:45
Die ganze WM war ausgezeichnet organisiert. Keine Randale, kein Hooliganismus, kein Pyro-Irrsinn, volle Stadien, friedliche Atmosphäre, begeisterte und fröhliche Menschen. So soll es sein!
Von Dieter Leonard - Donnerstag 23 Juli 2026, 09:34
Die kürzlich von Amnesty International (AI), Human Rights Watch (HRW) und der Sport & Rights Alliance gezogene Bilanz zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 fällt vernichtend aus. Entgegen dem Versprechen der FIFA, die „inklusivste WM der Geschichte“ zu veranstalten, sprechen die Organisationen von massiven Menschenrechtsverletzungen und einer verfehlten menschenrechtlichen Verantwortung.
Die Hauptkritikpunkte an der US-Regierung
- Aggressives Vorgehen gegen Migranten: Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat ihre Verhaftungen während der WM massiv ausgeweitet und laut AI verdoppelt. In den letzten Tagen des Turniers starben drei Menschen durch ICE-Einsätze – ein Vater wurde nur wenige Minuten von einer Fanzone entfernt erschossen.
- Strikte Einreisebestimmungen und Diskriminierung: Aufgrund strenger Visa-Vorgaben wurden zahlreiche Fans systematisch ausgeschlossen. Betroffen waren insbesondere Menschen aus afrikanischen und asiatischen Ländern sowie Teilnehmernationen wie Haiti, der Elfenbeinküste, Iran und dem Senegal. Sogar ein somalischer Schiedsrichter erhielt aus angeblichen Sicherheitsgründen kein Visum.
- Einschränkung für LGBTQ+-Community: Durch restriktive Erlasse gegen Transgender-Personen in den USA im Vorfeld der WM herrschte massive Verunsicherung, die viele queere Fans von einer Einreise abhielt.
- Unterdrückung von Protesten: Im Vorfeld und während des Turniers wurde die Meinungsfreiheit – insbesondere bei Demonstrationen für palästinensische Rechte – massiv eingeschränkt; Visa von Aktivisten wurden widerrufen und die Nationalgarde mobilisiert.
Die Hauptkritikpunkte an der FIFA
- Bruch eigener Standards: Die FIFA hat es laut Human Rights Watch völlig versäumt, auf die Einhaltung ihrer eigenen, statutarischen Menschenrechtsstandards gegenüber der US-Regierung zu pochen.
- Politische Instrumentalisierung und Nähe zu Trump: Kritisiert wird eine mangelnde Neutralität und eine gefährliche Nähe zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump. Die Verleihung eines von der FIFA erfundenen „Friedenspreises“ an Trump wird als politisches Sportswashing eingestuft.
- Einflussnahme auf den Sport: Berichte, wonach Trump bei Infantino erfolgreich intervenierte, um eine Rote Karte gegen den US-Spieler Folarin Balogun aufzuheben, beschädigten die Integrität des Wettbewerbs nachhaltig.
- Profitgier und Zensur: Während die FIFA Rekordeinnahmen generierte, strich sie gleichzeitig im Vorfeld geplante Antidiskriminierungs-Kampagnen zusammen.
Zusammenfassend bilanzieren die Organisationen, dass die demokratische und verbindende Kraft des Fußballs zugunsten politischer Interessen und wirtschaftlicher Gier geopfert wurde.
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Keine Spielszene und kein Spiel dieser WM werden so in Erinnerung bleiben, wie der Kniefall der Fifa vor dem US-Präsidentendarsteller Trump.
Die Fifa hat nicht nur damit dokumentiert, welchen untergeordneten Stellenwert der Sport bei diesem Großereignis in Wirklichkeit hatte.
Insofern ist die gestellte Frage einfach zu beantworten.
Die ganze WM war ausgezeichnet organisiert. Keine Randale, kein Hooliganismus, kein Pyro-Irrsinn, volle Stadien, friedliche Atmosphäre, begeisterte und fröhliche Menschen. So soll es sein!
Die kürzlich von Amnesty International (AI), Human Rights Watch (HRW) und der Sport & Rights Alliance gezogene Bilanz zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 fällt vernichtend aus. Entgegen dem Versprechen der FIFA, die „inklusivste WM der Geschichte“ zu veranstalten, sprechen die Organisationen von massiven Menschenrechtsverletzungen und einer verfehlten menschenrechtlichen Verantwortung.
Die Hauptkritikpunkte an der US-Regierung
- Aggressives Vorgehen gegen Migranten: Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat ihre Verhaftungen während der WM massiv ausgeweitet und laut AI verdoppelt. In den letzten Tagen des Turniers starben drei Menschen durch ICE-Einsätze – ein Vater wurde nur wenige Minuten von einer Fanzone entfernt erschossen.
- Strikte Einreisebestimmungen und Diskriminierung: Aufgrund strenger Visa-Vorgaben wurden zahlreiche Fans systematisch ausgeschlossen. Betroffen waren insbesondere Menschen aus afrikanischen und asiatischen Ländern sowie Teilnehmernationen wie Haiti, der Elfenbeinküste, Iran und dem Senegal. Sogar ein somalischer Schiedsrichter erhielt aus angeblichen Sicherheitsgründen kein Visum.
- Einschränkung für LGBTQ+-Community: Durch restriktive Erlasse gegen Transgender-Personen in den USA im Vorfeld der WM herrschte massive Verunsicherung, die viele queere Fans von einer Einreise abhielt.
- Unterdrückung von Protesten: Im Vorfeld und während des Turniers wurde die Meinungsfreiheit – insbesondere bei Demonstrationen für palästinensische Rechte – massiv eingeschränkt; Visa von Aktivisten wurden widerrufen und die Nationalgarde mobilisiert.
Die Hauptkritikpunkte an der FIFA
- Bruch eigener Standards: Die FIFA hat es laut Human Rights Watch völlig versäumt, auf die Einhaltung ihrer eigenen, statutarischen Menschenrechtsstandards gegenüber der US-Regierung zu pochen.
- Politische Instrumentalisierung und Nähe zu Trump: Kritisiert wird eine mangelnde Neutralität und eine gefährliche Nähe zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump. Die Verleihung eines von der FIFA erfundenen „Friedenspreises“ an Trump wird als politisches Sportswashing eingestuft.
- Einflussnahme auf den Sport: Berichte, wonach Trump bei Infantino erfolgreich intervenierte, um eine Rote Karte gegen den US-Spieler Folarin Balogun aufzuheben, beschädigten die Integrität des Wettbewerbs nachhaltig.
- Profitgier und Zensur: Während die FIFA Rekordeinnahmen generierte, strich sie gleichzeitig im Vorfeld geplante Antidiskriminierungs-Kampagnen zusammen.
Zusammenfassend bilanzieren die Organisationen, dass die demokratische und verbindende Kraft des Fußballs zugunsten politischer Interessen und wirtschaftlicher Gier geopfert wurde.
Soll es wirklich so sein?
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