Das teilte der für die Bekämpfung von Sozialbetrug zuständige Föderalminister Rob Beenders (Vooruit) am Donnerstag auf Grundlage von Zahlen des Informations- und Forschungsdienstes SIRS mit.
Den mit Abstand größten Posten machen nicht gezahlte Sozialbeiträge aus. Allein hier wurden 142 Millionen Euro festgestellt – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei handelt es sich um Beiträge, die Arbeitgeber oder Unternehmen eigentlich hätten entrichten müssen. Im Bereich des Betrugs im Gesundheitswesen beliefen sich die festgestellten finanziellen Auswirkungen auf weitere 26 Millionen Euro.
„Menschen, die das System missbrauchen, müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärte Beenders. Die Regierung investiere deshalb mehr Personal und Mittel in die Bekämpfung von Sozialbetrug. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss jeder seinen Beitrag leisten. Es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten, ungestraft davonkommen.“
Insgesamt führten die zuständigen Dienste in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 79.000 Untersuchungen durch. Das waren fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Sozialdumping. Dazu wurden 6.316 Untersuchungen eingeleitet. In 47,1 Prozent der Fälle bestätigte sich nach Angaben des Ministers ein Verstoß. Für Beenders zeigen die Zahlen, dass die Behörden nicht nur häufiger kontrollieren, sondern dabei auch mehr Unregelmäßigkeiten aufdecken.
Neben Kontrollen setzen die Inspektionsdienste auf Prävention. So wurden in der ersten Jahreshälfte 223 neue Arbeitgeber überprüft und Unternehmen über die korrekte Anwendung der zeitweiligen Arbeitslosigkeit informiert. Gemeinsame Präventionsaktionen und gezielte Kontrollen gab es unter anderem im Taxi-, Transport- und Bausektor. (belga/calü)

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