Wer Weimar und Dessau auf seiner Reiseroute liegen hat, kommt in diesem Jahr nicht am Bauhaus vorbei. Nachdem Walter Gropius und seine Anhänger von den Nazis aus Weimar vertrieben worden waren, bot die Stadt Dessau ihnen eine neue Bleibe an. Sie errichteten eine Lehrstätte und gleich noch einige Häuser für Meister wie Gropius, Kandinsky und Klee dazu.
Beides stand am Mittwoch auf dem Besuchsprogramm von König Philippe und Königin Mathilde. Erstaunlich modern präsentiert sich das Bauhaus gerade heute. Dabei war es zu DDR-Zeiten fast in Vergessenheit geraten.
Rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum hat man sowohl in Dessau als in Weimar das Thema Bauhaus auf Hochglanz poliert. In Weimar beleuchtet eine Ausstellung den Einfluss von unserem Landsmann Henry van de Velde und Friedrich Nietzsche auf die Entwicklungen jener Zeit. Das Bauhaus-Museum zeigt unterschiedlichste Werke der Künstler, Architekten und Gestalter des frühen 20. Jahrhunderts. Beide Museen besuchte das Königspaar am Dienstag.
Die Umsetzung der Bauhaus-Ästhetik konnten sie am Mittwoch in Dessau in Augenschein nehmen.
Ein letzter Programmpunkt führt das Herrscherpaar nach Leuna. Dort haben belgische Investoren und Industrielle einen Beitrag zu Umbau und Modernisierung der Chemieindustrie der früheren DDR geleistet. Zur Erinnerung: Der flämische Unternehmer André Leysen hatte in den 90er Jahren als einer der Verantwortlichen der sogenannten Treuhand mit daran gewirkt, neue Investoren für die marode DDR-Industrie zu finden.
Am späten Nachmittag kehrt das Königspaar nach zwei intensiven Tagen in den Bundesländern Thüringen und Sachsen-Anhalt nach Brüssel zurück. (os)

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