Das Graspop trägt zwar den Beinamen „Metal Meeting“, doch gehören seit rund 20 Jahren auch klassische Rockbands zum Programm. In der Vergangenheit konnte man in Dessel Aerosmith oder Deep Purple live erleben. In diesem Jahr vertraten vor allem Glenn Hughes, Lynyrd Skynyrd und UFO die Riege des Classic Rocks der 1970er.
Glenn Hughes und seine Musiker waren in Hochform.
Glen Hughes spielte am Freitag wie angekündigt Deep-Purple-Stücke. Und der einstige Sänger und Bassist dieser Formation präsentierte sich in Höchstform. In farbenfrohem Hippie-Outfit, mit Sonnenbrille und einem breiten Lächeln betrat er die Mainstage 1. Voller Energie und Freude am Spielen lieferten er und seine Band ein kraftvolles Set. Dabei erreichte der 67-Jährige in Songs wie „Mistreated“ oder „Highway Star“ stimmliche Höhen, die für Gänsehaut sorgten. „Smoke on the Water“ mündete in eine ergreifende Interpretation von „Georgia on my Mind“, gefolgt von einem speedigen „Burn“. „Dies ist ein Legacy-Konzert,“ erklärte Glenn Hughes. Es ging um das Vermächtnis einer Epoche. Und fürwahr, diese Songs hat man schon lange nicht mehr mit solch einer Stimme gehört. Wer den Ausnahmemusiker verpasst hat, der kann dies voraussichtlich im kommenden Jahr nachholen: „I love you and see you next year,“ ließ er verlauten.
Mit UFO verabschiedete sich am Samstag ein Stück Rockgeschichte. „Last Orders“ haben sie ihre letzte Tournee getauft. Und das Publikum erwies den britischen Musikern alle Ehre, denn der Metal Dome platzte aus allen Nähten. Sänger Phil Mogg trug einen schwarzen, runden Hut, Schlagzeuger Andy Parker und Bassist Rob De Luca ließen es rhythmisch krachen. Gitarrist Neil Carter seinerseits tobte sich vor allem auf „Rock Bottom“ aus. Die Menge war durchaus erfreut, auch wenn der von allen erwartete Klassiker „Doctor, Doctor“ fehlte.
Lynyrd Skynyrd ihrerseits, ebenfalls auf Abschiedstournee, lieferten den Fans, was sie wollten. Ohne Überraschung endeten sie ihr Set auf der linken Hauptbühne mit „Sweet Home Alabama“ und „Freebird“.
Black Sabbath haben zwar vor drei Jahren den Hut an den Nagel gehängt, doch ihre Musik lebt weiter. Dies wurde am frühen Sonntagnachmittag deutlich, als mit Deadland Ritual eine Superband bestehend aus Matt Sorum (Ex-Guns’n’Roses, Velvet Revolver), Steve Stevens (Billy Idol), Franky Perez (Apocalyptica) und dem Black Sabbath-Bassisten Geezer Butler die Mainstage 1 für sich in Anspruch nahm. Die neue Formation hat bisher nur vereinzelte Songs im Internet veröffentlicht. Auf das erste Album muss man sich also noch ein wenig gedulden. In der Zwischenzeit füllen die Musiker ihre Konzerte zur Hälfte mit Stücken der altehrwürdigen Bands, in denen sie spiel(t)en. So erklang gleich zu Beginn der Sabbath-Hit „Symptom of the Universe“, später folgte der einst von Ronnie James Dio gesungene Song „Neon Kinghts“; und zum krönenden Abschluss gab es „War Pigs“. Ebenfalls zum Set gehörten „Slither“ von Velvet Revolver sowie „Rebel Yell“ von Billy Idol. Diese Klassiker passten im Ganzen ganz gut zu den bluesig-rockigen Eigenkompositionen von Deadland Ritual. Man darf auf das erste Album gespannt sein. (phibes)
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