Sicher sei die erneute Mahnung der Belgischen Nationalbank „nicht von der Hand zu weisen“, schließlich müsse die BNB „ein aufmerksames Auge auf die Gesamtsituation haben“, ordnet Michael Croé von der ING die jüngsten Verlautbarungen aus Brüssel ein.
Der Druck, der per Reglementierung auf die Banken ausgeübt werde, sei in jüngerer Vergangenheit grundsätzlich gestiegen, unterstreicht der Direktor „Haute Belgique“, so heute die ING-Bezeichnung der Region Ostbelgien, die Anfang des vergangenen Jahres um die Filialen in einigen frankophonen Randgemeinden erweitert worden ist.
Vorsicht ist halt die Mutter der Porzellankiste, weiß bereits der Volksmund. Oder anders ausgedrückt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Gerade auch mit Blick auf die Vervierfachung (!) des Immobilienkreditvolumens der belgischen Banken in den letzten zwei Jahrzehnten. Erste Richtlinien in diesem Sinne habe es bereits im Jahre 2013 gegeben, freilich noch ohne die gewünschte Wirkung . „Vor allem deshalb legt die BNB jetzt nochmals den Finger in die (offene) Wunde.“
Zum Hintergrund: „Die Beträge, die im Proporz zur Investition (ganz gleich ob Kauf oder Bau) angefragt und durchweg bewilligt werden, sind nach wie vor allseits recht hoch. Gleiches gilt für die Laufzeiten, die zuletzt ebenfalls recht großzügig ausgeweitet wurden.“
In diesem Rahmen sollte „der jüngste Wink der Belgischen Nationalbank schon ernst genommen werden“. Zumal die BNB klar hat durchblicken lassen: Sollten die Banken nicht zumindest behutsam gegensteuern und sich die angesprochene Entwicklung womöglich noch verschärfen, dann dürften weitere und striktere Maßnahmen nicht ausbleiben.
Zwar betreffe diese Vorgabe zunächst einmal die Banken, „letztlich aber als Endkunden in gleichem Maße den Kreditsteller, der sich in seinen finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten notgedrungen eingeschränkt sehen würde“, so Michael Croé. Konkret: „Der Kreditbetrag darf auf keinen Fall höher liegen als der veranschlagte Wert der Immobilie, also ausschließlich aller Nebenkosten.“

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