Phillip Tietz bescherte den Mainzern mit seinem fünften Saisontor (24.) den fünften Bundesliga-Auswärtssieg in Folge - und den ersten Dreier auf Schalke seit mehr als 15 Jahren: Am 7. Mai 2011 hatte 05 zuvor zum einzigen Mal in Gelsenkirchen gewonnen. Die Schalker warten dagegen weiter auf das erste Heimtor in der Bundesliga seit Mai 2023. Selbst gegen ihren damaligen Abstiegstorwart Alexander Schwolow blieben die Gelsenkirchener erfolglos.
Mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen wird es für das Team von Trainer Miron Muslic allmählich ungemütlich, Mainz orientiert sich dagegen mit doppelt so vielen Punkten nach oben. Bei Schalke kam Dzeko zu seinem zweiten Startelfeinsatz der Saison. Der 40-Jährige, der sich Anfang Oktober aus der bosnischen Nationalmannschaft verabschiedet hatte, ersetzte den verletzten Moussa Sylla. Mainz-Coach Urs Fischer wechselte gegenüber dem 3:4 gegen Bayer Leverkusen zweimal und gab unter anderem Danny da Costa in der Abwehr den Vorzug. Für Schalke-Keeper Loris Karius begann der Nachmittag arbeitsreich. In den ersten 80 Sekunden musste er gleich dreimal in höchster Not retten, zweimal gegen Sheraldo Becker und einmal gegen Jae Sung Lee - allerdings jeweils aus stark abseitsverdächtiger Position. Königsblau tat sich dagegen schwer, gefährlich vor das Mainzer Gehäuse zu kommen. Dzeko hing völlig in der Luft. Auf der Gegenseite nutzte Tietz nach einer Hereingabe von Anthony Caci seine erste Torchance zu seinem fünften Saisontreffer, als die Schalker Defensive nicht aufpasste. Mainz blieb zielstrebiger, Becker scheiterte mit einem Distanzschuss an Karius (32.), wenig später rettete der Schalke-Keeper gegen Tietz (35.). Nach knapp einer Stunde war Schluss für Dzeko, der nach einem Zusammenprall mit einer Kopfverletzung vom Feld musste. Schalke versuchte nun mehr in der Offensive, doch Mainz blieb gefährlicher: Becker verpasste bei einem Konter knapp das 2:0 (69.). Auf der Gegenseite musste Schwolow erstmals bei einem Schuss von Satoshi Tanaka eingreifen (74.).

Die Comeback-Könige von Werder Bremen haben derweil zum 100. Geburtstag des Weserstadions die nächste Aufholjagd hingelegt - das große Happy End aber verpasst. Angeführt von Niclas Füllkrug rettete die Mannschaft von Daniel Thioune gegen den SC Paderborn noch ein 2:2 (0:2) und punktete zum dritten Mal in Folge nach einem 0:2-Rückstand. Füllkrug traf dabei auch im fünften Bundesligaspiel in Serie, dieses Mal sogar doppelt (59./66., Handelfmeter) - der erhoffte Sieg blieb nach einer schwachen ersten Halbzeit aber aus. Die Gastgeber, die anlässlich des Stadion-Jubiläums in strahlend weißen Sondertrikots aufliefen, waren zunächst von Stefano Marino (18.) geschockt worden. Nach einer Traumvorlage seines Sturmkollegen Steffen Tigges knallte Marino den Ball von der rechten Seite aus spitzem Winkel unter die Latte. Wenig später traf Tigges (30.) selbst. Werder gab in der zweiten Hälfte dann deutlich den Ton an. „Wir müssen uns davon lösen“, hatte Thioune mit Blick auf die Feierlichkeiten gesagt, die 100-Jahr-Feier gelte es auszublenden und alles für das sportliche Gelingen des Nachmittags zu tun. Doch es waren die Gäste, die durchaus mutig begannen und die Anfangsphase kontrollierten. Tigges, der einzig Neue in der Paderborner Startelf, setzte den ersten Nadelstich, seinen Schuss aus spitzem Winkel konnte Karl Hein jedoch parieren (6.). Werder fiel zu Beginn nicht viel ein, das Team lauerte auf Umschaltmöglichkeiten. Füllkrug versuchte sich erstmals in der 12. Minute, sein Schuss ging allerdings knapp an der oberen rechten Ecke vorbei. Kurz darauf lief Marco Grüll allein aufs Tor zu, scheiterte aber an Nahuel Noll (15.). Offenbar vom Pech verfolgt, verlor Grüll in der 18. Minute den Ball - und leitete unfreiwillig den Konter zur Paderborner Führung ein. Danach drehte Bremen zunehmend auf, biss sich aber vor allem wegen eines starken Auftritts von Noll die Zähne aus. Weder Füllkrugs zweiter Distanzschuss (20.), der Alleingang von Chuci (34.), noch die Chancen von Arthur (41.) und Grüll (45.) waren von Erfolg gekrönt. In der zweiten Halbzeit drückten die Gastgeber aufs Tempo und hatten unter anderem durch Mitchell Weiser (77./85.) und Youri Regeer (82.) noch gute Chancen zum 3:2. (sid/sc)

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