Jobben neben dem Studium oder während der Schulferien liegt in Belgien weiterhin im Trend. Im vergangenen Jahr gingen landesweit genau 649.036 Studenten einem Nebenjob nach – so viele wie nie zuvor. Das geht aus Zahlen hervor, die die Unternehmerorganisation Unizo und die Personalgruppe Liantis am Freitag veröffentlicht haben.
Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024 nochmals übertroffen. Die Zahl der arbeitenden Studenten stieg um 0,7 Prozent, was einem Plus von knapp 5.000 Personen entspricht. Und der Trend scheint sich fortzusetzen: Auch im Sommer 2026 registrierte Liantis weitere Zuwächse. Im Juli lag die Zahl der Studentenjobber um 0,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat, im August sogar um 1,2 Prozent. Ein weiterer Rekord dürfte damit in Reichweite sein.
Besonders viele Studenten zwischen 18 und 20 Jahren
Die größte Gruppe bilden weiterhin die 18- bis 20-Jährigen. Knapp 250.000 Studentenjobber gehören dieser Altersklasse an. Das stärkste Wachstum verzeichneten allerdings die 21- bis 23-Jährigen: Hier kamen rund 3.500 arbeitende Studenten hinzu.
Frauen stellen mit 53,3 Prozent nach wie vor die Mehrheit der Studentenjobber. Der Zuwachs ging 2025 jedoch vor allem auf das Konto der Männer, deren Zahl um 1,6 Prozent stieg. Bei Mädchen unter 18 Jahren zeigte sich dagegen ein deutlicher Rückgang von knapp 6,5 Prozent.
Unizo will an 650-Stunden-Regel festhalten
Seit 2025 dürfen Studenten in Belgien bis zu 650 Stunden pro Jahr zu vergünstigten Sozialversicherungsbeiträgen arbeiten. Zuvor lag die Grenze bei 475 Stunden. Die Unternehmerorganisation Unizo fordert angesichts der anstehenden Haushaltsverhandlungen, diese Regelung nicht anzutasten. „Wir plädieren erneut mit Nachdruck dafür, das derzeitige System der Studentenarbeit beizubehalten“, erklärt Unizo-Geschäftsführer Bart Buysse. Studenten könnten dadurch mehr Berufserfahrung sammeln und zusätzliches Geld verdienen. Gleichzeitig hätten Unternehmen die Möglichkeit, flexibler auf ihren Personalbedarf zu reagieren.
Wichtig sei es, der Regelung ausreichend Zeit zu geben und ihre Auswirkungen sorgfältig zu bewerten.
Mehr als nur ein zusätzliches Taschengeld
Auch bei Liantis sieht man in Studentenjobs weit mehr als eine Möglichkeit, das eigene Konto aufzubessern. „Für junge Menschen ist ein Studentenjob oft viel mehr als nur ein kleiner Nebenverdienst. Sie lernen zu arbeiten, im Team zusammenzuarbeiten und durchzuhalten“, erklärt Veronique Decaluwe von Liantis. Dabei entdeckten viele ihre Interessen und Stärken und entwickelten sich persönlich weiter.
Gleichzeitig seien Studentenjobber für Arbeitgeber angesichts des angespannten Arbeitsmarktes eine wichtige Unterstützung. Gerade für Unternehmen mit schwankendem Personalbedarf böten sie eine flexible Möglichkeit, den Betrieb aufrechtzuerhalten. (belga/calü)

Kommentare
Das ist viel bei nur 450.000 Studenten. Wahrscheinlich sind die Schüler dabei gezählt worden.
Kommentar verfassen
1 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren