Selenskyj: Satelliteninternet für Ukraine weiter gedrosselt

<p>Saporischschja: Ein Anwohner trägt vor einem durch einen russischen Luftangriff beschädigten Wohnhaus Eimer mit Glasscherben.</p>
Saporischschja: Ein Anwohner trägt vor einem durch einen russischen Luftangriff beschädigten Wohnhaus Eimer mit Glasscherben. | Foto: Kateryna Klochko/AP/dpa

Das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink funktioniert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über der Ukraine weiterhin nur gedrosselt. Tests in europäischen Ländern hätten überdies ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenskyj nach Medienberichten in Kiew. „Das heißt, es handelt sich um eine geplante Operation“, folgerte er.

Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen, sagte der Präsident. Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen. In einer Phase eskalierender russischer Luftangriffe klagt das ukrainische Militär seit Mitte der Woche über die Geschwindigkeitsbegrenzung. Starlink gehört zum Firmenreich von Elon Musk, die militärisch genutzte Sonderfunktion Starshield wird nach Musks Angaben aber vom Pentagon kontrolliert. Aussagen von Musk und aus dem Weißen Haus gaben kein klares Bild des Vorgangs.

Tests mit Tempo 180 in EU-Ländern

Zwischenzeitlich berichteten Medien in Kiew unter Berufung auf das ukrainische Militär, Starlink funktioniere wieder ohne Begrenzung. Zu den Tests sagte Selenskyj, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen. Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen. „Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise“, sagte Selenskyj. Wie aussagekräftig solche Tests sind, ist aber schwer abzuschätzen. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Die US-Führung von Präsident Donald Trump versteht sich nicht mehr als Unterstützer der Ukraine, sondern als Vermittler. In mehreren Schritten der vergangenen Woche ist Trump aber Moskau entgegengekommen und hat den Druck auf Kiew verstärkt. (dpa/sc)

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