Die Leiche der etwa 40-jährigen Fatoumata, einer Frau guineischer Herkunft, war am Dienstag, dem 6. Oktober, in ihrer Wohnung am Parvis de Saint-Gilles in Brüssel entdeckt worden. Das Opfer wies schwere Schnittverletzungen auf. Alarm geschlagen hatte die Schule einer ihrer Töchter, nachdem die Mutter das Kind nach Unterrichtsschluss nicht abgeholt hatte. Bereits drei Tage später, am Freitag, dem 9. Oktober, wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Bei ihm handelt es sich um den 26-jährigen Guineer Mamady K., der im Aufnahmezentrum St. Elisabeth-Haus des Roten Kreuzes in Manderfeld (Gemeinde Büllingen) untergebracht war.
Am Donnerstag erschien der Verdächtige vor der Brüsseler Ratskammer, die den Haftbefehl bestätigte. Sein Anwalt Bart Siffert erklärte gegenüber „La Meuse“, dass seinem Mandanten Mord vorgeworfen werde. Der Vorwurf beinhaltet, dass die Tötung mit Vorbedacht begangen worden sein soll. Ein Geständnis habe der 26-Jährige bislang nicht abgelegt. Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Eine Schwester des Opfers berichtete im guineischen Fernsehen, Fatoumata habe eine Heirat mit dem Verdächtigen in Betracht gezogen. Zugleich soll es Spannungen wegen einer vermuteten Beziehung des Mannes zu einer Freundin der Frau gegeben haben. Auch Gerüchte über eine Schwangerschaft und einen möglichen Schwangerschaftsabbruch sollen eine Rolle gespielt haben. Diese Darstellung ist bislang jedoch nicht durch die Ermittlungen bestätigt worden. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hatte sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht zu den Einzelheiten geäußert. Für den 26-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung. (jj)

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