In den Schulen von Dison gibt es künftig Suppe und Brot

<p>Statt einer kompletten Gratis-Mahlzeit will die Gemeinde Dison in ihren Grundschulen künftig kostenlos Suppe mit Brot anbieten.</p>
Statt einer kompletten Gratis-Mahlzeit will die Gemeinde Dison in ihren Grundschulen künftig kostenlos Suppe mit Brot anbieten. | Illustrationsfoto: Pierre-Yves Thienpont/Le Soir

Vor einigen Monaten hatte die Mehrheit aus MR und Les Engagés in der Französischen Gemeinschaft beschlossen, das Programm für kostenlose, gesunde und vollständige Mahlzeiten in Schulen benachteiligter Viertel zu streichen.

Im Bezirk Verviers stehen mehrere Einrichtungen auf der Liste der betroffenen Schulen: acht in Dison, fünf in Verviers sowie jeweils eine in Limbourg, Pepinster, Olne, Spa und Stoumont.

Für die Schulen bedeutet das eine schwierige Umstellung. In Dison will die Gemeindeverwaltung aber verhindern, dass die Unterstützung für die Kinder komplett wegfällt. Bisher wurde in den Schulen während der Wintermonate Suppe verteilt. Dieses Angebot soll nun auf das gesamte Schuljahr ausgeweitet werden – und zwar in allen Schulen der Gemeinde, sowohl in den kommunalen als auch in der freien Schule.

Die Gemeinde will verhindern, dass die Unterstützung komplett wegfällt.

„Wir haben sieben Gemeindeschulen und eine freie Schule“, erklärt Unterrichtsschöffe Régis Decerf gegenüber der Tageszeitung „La Meuse“. „Nach den Budgetkürzungen war es nicht möglich, den kostenlosen Service in seiner bisherigen Form aufrechtzuerhalten. Uns war aber wichtig, dass die Kinder jeden Tag zumindest ein Minimum bekommen können. Deshalb haben wir entschieden, in allen Schulen der Gemeinde frische Suppe mit Brot anzubieten. Wir tun, was wir mit unseren Mitteln tun können.“

Der öffentliche Auftrag für das Angebot muss noch vergeben werden. Sobald dies geschehen ist, soll die Verteilung beginnen und bis zum 30. Juni laufen. Die Gemeinde hofft auf einen Start Mitte September, spätestens aber zum 1. Oktober. Die warmen Mahlzeiten verschwinden unterdessen nicht vollständig. Sie bleiben auf Bestellung verfügbar, allerdings zum Selbstkostenpreis. Für Kindergartenkinder kostet eine Mahlzeit 4,20 Euro, für Primarschüler 4,30 Euro. Neu ist, dass das Angebot auch auf die Gemeindeschule von Mont-Dison ausgeweitet wird, die bisher nicht davon profitierte.

Dass Suppe und Brot die bisherigen kostenlosen Mahlzeiten nicht vollständig ersetzen können, ist auch in Dison klar. Decerf verteidigt die Entscheidung dennoch. In den vergangenen Jahren sei in den Schulen eine umfassendere Sensibilisierung für gesunde Ernährung aufgebaut worden. „Wenn ein Kind nichts zu essen hat, kann es sich nicht richtig auf den Unterricht einlassen“, sagt er. „Es ging um eine komplette Politik rund um gesunde Ernährung in den Schulen. Es ist bedauerlich, genau dort zu kürzen. Das ist kein gutes Zeichen für die Zukunft.“

Die Gemeinde versuche nun, mit eigenen Mitteln so viel wie möglich zu retten. „Die warmen Mahlzeiten bleiben zum Selbstkostenpreis verfügbar. Wir machen damit keinen Gewinn. Es bleibt ein demokratischer Preis, auch wenn wir wissen, dass er für manche Familien weiterhin hoch sein kann.“

Aus der Opposition kommt eine differenzierte Reaktion. Jefferson Arnauts verweist darauf, dass kostenlose Angebote immer finanziert werden müssten. „Man kommt zur Realität der Dinge zurück. Es ist einfach, Gratisangebote zu machen, wenn man sie mit dem Geld anderer finanziert. Die Regierung wollte die Finanzierung ihrer Projekte überprüfen und andere Maßnahmen ergreifen.“ Den lokalen Beschluss bewertet er dennoch positiv: „Ich finde es gut, dass in den Schulen von Dison weiterhin Suppe angeboten wird.“

Opposition des Gemeinderates sieht eine „Rückkehr zur Realität“.

Ganz kostenlos sei die Lösung aber nicht in jedem Fall, merkt er an, da Eltern unter Umständen 60 Cent für die Betreuung zahlen müssten.

Für viele Familien bleibt die Änderung spürbar. Aus einer kostenlosen warmen Mahlzeit wird nun ein reduziertes Hilfsangebot. Dison will damit zumindest sicherstellen, dass kein Kind den Schultag völlig ohne Essen verbringen muss. (red/arco)

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