Ursprünglich wollte airBaltic mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober in Lüttich starten. Vorgesehen waren jeweils zwei wöchentliche Flüge nach Teneriffa und Gran Canaria – insgesamt also vier Verbindungen pro Woche auf die Kanarischen Inseln.
Zuletzt hatte die Fluggesellschaft allerdings bereits zwei der vier geplanten Verbindungen wegen enttäuschender Buchungszahlen gestrichen. Nun folgt das vollständige Aus für die Pläne.
„Das ist eine Enttäuschung für uns“, sagt Flughafensprecher Christian Delcourt. Nach dem Rückzug von TUI fly habe es „diese kleine Hoffnung“ gegeben. Die neuen Verbindungen hätten einen interessanten Neustart des Passagiergeschäfts im kommenden Winter bedeuten können. „Nun stehen wir leider wieder mit nichts da“, so Delcourt.
Flughafen will Passagiergeschäft nicht aufgeben
Das Kerngeschäft vom Lütticher Airport bleibt zwar der Frachtverkehr. Dennoch will der Flughafen auch künftig Passagiergesellschaften für den Standort gewinnen.
„Wir haben ein schönes Terminal und kämpfen darum, Passagierflüge anbieten zu können“, erklärt Delcourt. Das Potenzial sei vorhanden: Im Einzugsgebiet des Flughafens und der umliegenden Region lebten zwischen einer und zwei Millionen Menschen, die als mögliche Kunden für Flüge zu Sonnenzielen infrage kämen.
Dabei denkt der Flughafen nicht ausschließlich an Urlauber aus der Region, die von Lüttich aus in Richtung Süden fliegen. Auch für ankommende Touristen sieht Delcourt Potenzial. Die Stadt Lüttich habe sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren stark verändert und touristisch weiterentwickelt. Aus Sicht des Flughafens könnte die Region daher selbst stärker zum Reiseziel werden.
airBaltic muss Flotte deutlich verkleinern
Hinter der Entscheidung stehen auch wirtschaftliche Schwierigkeiten bei airBaltic. Die baltische Fluggesellschaft hatte am 11. August einen neuen Geschäftsplan vorgestellt, mit dem sie ihre langfristige finanzielle Stabilität verbessern will.
Dazu gehört eine stärkere Konzentration des Streckennetzes auf das Drehkreuz Riga. Gleichzeitig werden die bisherigen Wachstumspläne deutlich zurückgeschraubt. Ursprünglich sollte die Flotte von derzeit 54 auf rund 100 Flugzeuge anwachsen. Stattdessen soll sie bis Ende dieses Jahres auf nur noch 36 Maschinen verkleinert werden. Bis 2031 ist anschließend wieder ein moderater Ausbau auf 40 Flugzeuge vorgesehen.
Auf Anfrage begründet airBaltic die Entscheidung mit einer regelmäßigen Überprüfung des eigenen Streckennetzes. Dabei werde untersucht, ob die Verbindungen wirtschaftlich tragfähig seien und der Nachfrage der Passagiere entsprächen. Nach dieser Prüfung habe man entschieden, die für die kommende Wintersaison geplanten Direktflüge zwischen Lüttich und Teneriffa beziehungsweise Gran Canaria nicht aufzunehmen. Alle betroffenen Passagiere seien inzwischen kontaktiert worden und könnten sich ihre Tickets vollständig erstatten lassen. (belga/calü)

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