WhatsApp-Benutzername: Das sind die Vor- und Nachteile

<p>Benutzernamen bei WhatsApp sind optional, niemand muss sie reservieren oder nutzen: Es bleibt also genügend Zeit, um gründlich über die Sache nachzudenken.</p>
Benutzernamen bei WhatsApp sind optional, niemand muss sie reservieren oder nutzen: Es bleibt also genügend Zeit, um gründlich über die Sache nachzudenken. | Foto: Zacharie Scheurer/dpa

WhatsApp führt Benutzernamen ein. Damit sollen Nutzer künftig ihre Telefonnummer vor Menschen verbergen können, die diese nicht ohnehin kennen. Zunächst lassen sich die Benutzernamen allerdings nur reservieren. Die eigentliche Funktion soll in den kommenden Monaten eingeführt werden. Wer sich bereits einen Namen gesichert hat, erhält eine Benachrichtigung in der App, sobald die Funktion verfügbar ist. Die Nutzung eines Benutzernamens bleibt freiwillig. Wer keinen reservieren oder verwenden möchte, kann WhatsApp weiterhin wie bisher nutzen.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht in der Neuerung sowohl Vorteile als auch Nachteile. Ein wesentlicher Vorteil ist demnach der bessere Schutz der eigenen Handynummer. Vor allem in Gruppen muss sie künftig nicht mehr für andere Teilnehmer sichtbar sein. Eine Klarnamenpflicht gibt es bei der Wahl des Benutzernamens nicht. Wer ein Pseudonym verwendet, kann dieses anstelle seiner Telefonnummer anzeigen lassen. Für Kontakte, die die eigene Nummer ohnehin im Smartphone gespeichert haben, ändert sich dagegen nichts. Gegenüber Fremden kann der Benutzername für mehr Privatsphäre sorgen. Wer die Telefonnummer nicht mehr sehen kann, kann sie beispielsweise auch nicht nutzen, um betrügerische SMS zu verschicken oder Betroffene in dubiose Gruppen einzuladen.

An einem grundsätzlichen Punkt ändert die Neuerung allerdings nichts: WhatsApp selbst kennt die Telefonnummer weiterhin. Sie bleibt Voraussetzung für die Einrichtung eines Kontos. Durch einen Benutzernamen wird man daher weder gegenüber WhatsApp noch gegenüber dem US-Mutterkonzern Meta anonym. Die Verbraucherschützer warnen zudem davor, durch die Wahl des Benutzernamens zusätzliche personenbezogene Daten preiszugeben. Sie empfehlen deshalb ein Pseudonym statt des echten Vor- oder Nachnamens. Problematisch könne es auch sein, denselben Benutzernamen wie bei Instagram oder Facebook zu verwenden. Meta bietet an, die verschiedenen Konten miteinander zu verknüpfen. Das kann dem Konzern die plattformübergreifende Profilbildung und das Tracking erleichtern. Wer sich für einen Benutzernamen entscheidet, sollte nach Empfehlung der Verbraucherzentrale außerdem einen sogenannten Benutzernamenschlüssel einrichten. Dabei handelt es sich um einen PIN-Code, der gezielt weitergegeben werden kann. Auf diese Weise lässt sich kontrollieren, wer über den Benutzernamen Kontakt aufnehmen darf. Für die Wahl des Namens gelten einige Vorgaben: Er muss zwischen drei und 35 Zeichen lang sein und darf Kleinbuchstaben, Zahlen, Unterstriche und Punkte enthalten. Ausschließlich aus Ziffern darf der Benutzername nicht bestehen. (dpa/sc)

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