Zwischen Klötzerbahn, Gospertstraße, Werthplatz und Kaperberg können zahlreiche historische Gebäude besichtigt werden. Der Eintritt zu den geöffneten Orten und den angebotenen Aktivitäten ist kostenlos. Dabei soll es ausdrücklich nicht allein um alte Mauern und Architektur gehen. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die dort lebten und arbeiteten, und die Veränderungen, die Eupen über die Jahrhunderte erlebt hat.
Die Gospertstraße etwa gehörte schon früh zu den wichtigsten Verkehrsachsen der Oberstadt. Der Gospertbach, der heute unterirdisch verläuft, lieferte einst das Wasser für Färbereien, Walkmühlen und Werkstätten. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden entlang der Straße die repräsentativen Häuser wohlhabender Tuchhändler und Kaufleute. Zu entdecken gibt es an den beiden Tagen entsprechend viel. An der Klötzerbahn öffnen unter anderem die Friedenskirche sowie die Häuser Klötzerbahn 27 und 32 ihre Türen. Das Haus Klötzerbahn 27 wurde 1757 für die Familie Grand Ry errichtet und birgt unter anderem aufwendige Stuckarbeiten des aus dem Tessin stammenden Künstlers Petrus Nicolaas Gagini. Neben einer Kunstausstellung werden Führungen sowie am Samstag ein Wohnzimmerkonzert mit der Gitarristin Cécile Straet angeboten.

Nur wenige Schritte weiter erinnert das barocke Haus Klötzerbahn 32 an ein anderes Kapitel der Eupener Geschichte. Das zwischen 1760 und 1763 errichtete Gebäude wurde 1893 Sitz des Kaiserlichen Postamtes und entwickelte sich zu einem wichtigen Kommunikationszentrum der Stadt. An dieses Kapitel knüpft das Programm mit einer szenischen Darstellung der Königlichen Theaterfreunde Eupen zum Alltag im Postamt an. Radioamateure zeigen außerdem historische Funkgeräte und laden Besucher dazu ein, sich selbst im Morsen zu versuchen. Auch entlang der Gospertstraße gibt es ungewöhnliche Einblicke. Im Haus Gospertstraße 17 erinnert eine Ausstellung an die Eupener Friseurwelt der Nachkriegszeit. Das Haus Gospertstraße 40-42 wiederum besitzt einen spätmittelalterlichen Kern und diente später als Kaufmannshaus und schließlich als Bank. Der noch erhaltene Tresorraum im Keller gehört zu den Zeugnissen dieser Vergangenheit. Heute befindet sich dort der Sitz des Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft und der Euregio Maas-Rhein. Führungen, eine Kunstausstellung und die szenische Darstellung „Bankgeheimnisse“ gehören dort zum Programm.
Wer die Geschichte lieber bei einem Spaziergang entdeckt, kann sich ebenfalls auf den Weg machen. Eine 90-minütige Führung widmet sich dem „verborgenen Bach“ unter der Gospert. Sie startet am Kriegerdenkmal auf dem Werthplatz und führt bis zur Klötzerbahn beziehungsweise zum Josephine-Koch-Park. Auf dem Eupener Werthplatz und am Kaperberg stehen weitere historische Gebäude im Mittelpunkt. Dazu gehören u.a. die Häuser Werthplatz 1-3 und 7-9, die Werthkapelle, ein Gartenhaus am Werthplatz sowie mehrere Gebäude am Kaperberg. Ein besonderer Ort ist das heutige Staatsarchiv am Kaperberg 8. Das Gebäude war seit 1973 über Jahrzehnte Sitz des heutigen Parlamentes der DG. Führungen beschäftigen sich mit Architektur, Geschichte und der Zeit als Parlament. Für Kinder gibt es dort eine Schnitzeljagd. Musik und Tanz gehören ebenfalls zum Wochenende. Gitarristin Cécile Straet gibt am Samstag drei jeweils 20-minütige Wohnzimmerkonzerte: um 14 Uhr im Haus Klötzerbahn 27, um 15 Uhr im Haus Werthplatz 1-3 und um 16 Uhr im Haus Kaperberg 2-4. Am Sonntag verbindet sich das Denkmalwochenende mit dem Festival „Tanzende Stadt“ der Compagnie Irene K. Internationale Ensembles bringen zeitgenössischen Tanz in den öffentlichen Raum. Zwei Aufführungen finden auch in historischen Innenhöfen am Kaperberg statt.
Auch Kinder gehen auf Spurensuche.
Ausdrücklich richtet sich das Programm auch an Familien. Die Figur „Karlotta Kulturerbe“ führt Kinder auf eine Entdeckungstour durch die Gebäude. An verschiedenen Orten können sie Stempel sammeln und an einem Gewinnspiel teilnehmen. Für Sieben- bis Zwölfjährige gibt es außerdem die Detektiv-Rallye „Der verlorene Schatz der Tuchmacher“. Eine eigene Kinderführung beschäftigt sich damit, wie Familien früher in Eupen lebten und wohnten. Eine weitere Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, bietet die rund vier Kilometer lange Lambertus-Route. Rund 600 Meter davon führen mitten durch das Gebiet der Tage des offenen Denkmals. Ein Begleitheft mit Erläuterungen zu den einzelnen Stationen ist am Ostbelgien-Infostand neben dem Haus Klötzerbahn 32 erhältlich. Die meisten geöffneten Gebäude können am Samstag und Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr besucht werden. Für einzelne Führungen und Programmpunkte ist die Teilnehmerzahl allerdings begrenzt und eine Reservierung erforderlich beziehungsweise empfohlen. Buchungen sind vorab online, bei der Tourist Info Eupen oder telefonisch unter 087/553 450 möglich. (sc)

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