Ein Kind wird im Auto vergessen, das Fahrzeug steht in der Sonne und der Innenraum heizt sich schnell auf. Moderne Warnsysteme sollen solche lebensgefährlichen Situationen verhindern. Ein Test des ADAC zeigt jedoch: Auf die Technik ist nicht immer Verlass. Manche neueren Autos verfügen über sogenannte Child Presence Detection-Systeme. Sie sollen erkennen, ob sich nach dem Abstellen des Fahrzeugs noch ein Kind im Innenraum befindet, und den Fahrer oder auch Passanten warnen. Der ADAC hat vier Fahrzeuge mit unterschiedlichen Systemen untersucht. Grundsätzlich kommen zwei Techniken zum Einsatz. Indirekte Systeme werten unter anderem den Status der Gurtschlösser, die Sitzbelegung und das Öffnen der Türen aus. Direkte Systeme versuchen dagegen, mit Sensoren beziehungsweise Radar Bewegungen im Innenraum zu erkennen – darunter selbst die Atembewegungen eines schlafenden Kindes. Für den Test wurden verschiedene Situationen mit Dummys nachgestellt: ein Neugeborenes in einer Babyschale mit Isofix-Befestigung beziehungsweise angegurteter Babyschale sowie ein einjähriges Kind im Kindersitz. Zusätzlich wurde geprüft, ob die Systeme einen Hund auf der Rückbank erkennen.
Das indirekte System löste in allen getesteten Situationen eine Warnung aus. Es konnte allerdings nicht sicher feststellen, ob sich tatsächlich ein Kind auf der Rückbank befand. Zudem erschien die Warnung lediglich auf dem Zentraldisplay, weitere optische oder akustische Signale gab es nicht. Deutliche Schwächen zeigten die direkten Systeme bei Neugeborenen. Keines der drei getesteten Systeme erkannte den Dummy in der Isofix-Babyschale, obwohl dieser Atembewegungen nachahmte. In den meisten anderen Testsituationen funktionierten die Systeme dagegen zuverlässig. Nach einer gewissen Zeit wurde beispielsweise die Warnblinkanlage eingeschaltet. Zwei Fahrzeuge machten zusätzlich mit Hupe oder Alarmanlage auf die Gefahr aufmerksam. Bei einem Modell erschien außerdem eine von außen sichtbare Meldung auf dem Zentraldisplay. Je nach Fahrzeug und Ausstattung können Warnungen auch an eine Smartphone-App geschickt werden. Nach Einschätzung des ADAC haben direkt messende Systeme grundsätzlich das größere Potenzial, weil sie nicht allein auf Informationen wie Türkontakte, Sitzbelegung oder Gurtschlösser angewiesen sind. Der Test zeigt allerdings auch ihre derzeitigen Grenzen. Die Technik kann daher nur eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sein. Kinder sollten bei Wärme niemals allein im Auto zurückgelassen werden – auch nicht für vermeintlich kurze Zeit. (dpa/sc)

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