Streit in Brüssel: Mini-Europa sieht Zukunft durch Umbaupläne bedroht

<p>Ein Blick auf das Areal von Mini-Europa</p>
Ein Blick auf das Areal von Mini-Europa | Foto: belga

Kern des Konflikts ist der geplante „Parc des Sports“. Auf einer Fläche von 27 Hektar soll auf dem Heysel-Gelände ein neuer Bereich für Sport und Erholung entstehen. Vorgesehen sind unter anderem ein Kunstrasenplatz für Rugby und Fußball, Hockeyfelder mit Tribüne, eine Leichtathletikanlage mit 400-Meter-Bahn sowie eine Wasser- und Freizeitzone. Spazierwege entlang des Wassers und von Bäumen gesäumte Wege sollen das Gelände ergänzen.

Mini-Europa kritisiert allerdings, dass die Pläne in ihrer derzeitigen Form erhebliche Folgen für den unmittelbar angrenzenden Freizeitpark hätten. Das Gelände würde nach Darstellung der Betreiber praktisch vollständig vom neuen Sportpark umschlossen.

Dadurch könnte der Zugang für Besucher stark eingeschränkt werden. Auch Lieferungen, die Anreise von Gruppen sowie der Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität würden erschwert oder teilweise unmöglich gemacht, warnt Mini-Europa.

Kritik an Verkehrs- und Parkplatzplänen

Dabei gehe es keineswegs nur um den Freizeitpark, betont Direktor Thierry Meeûs. „Das betrifft nicht nur uns“, erklärte er am Montag. Auch andere Einrichtungen auf dem Heysel-Gelände seien auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen. „Wenn es keine Busparkplätze mehr für das Atomium gibt, ist das für die Institution genauso schädlich.“

Meeûs fordert deshalb, Mobilität und Parkmöglichkeiten auf dem gesamten Heysel-Gelände neu zu betrachten. Gerade angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für Brüssel dürfe die Erreichbarkeit mit dem Auto nicht aus den Planungen verschwinden.

Zugleich bemängelt Mini-Europa eine fehlende Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren vor Ort. „Wir müssen uns alle an einen Tisch setzen und versuchen, das Potenzial jedes Einzelnen zu entwickeln – sei es Kinepolis, das Planetarium, Mini-Europa oder andere“, fordert Meeûs.

Sollten die Arbeiten am Sportpark dennoch in der derzeit vorgesehenen Form beginnen, will Mini-Europa vor Gericht ziehen. Die Stadt Brüssel solle die Arbeiten zunächst aussetzen und gemeinsam mit den Beteiligten nach einer Lösung suchen, die den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort Rechnung trägt.

NEO soll das Areal grundlegend verändern

Der Sportpark ist nur ein Teil des wesentlich größeren NEO-Projekts, mit dem das historische Heysel-Gelände am Fuße des Atomiums umfassend umgestaltet werden soll. Nach Angaben der Stadt Brüssel sollen dort langfristig mehr als 3.000 Arbeitsplätze entstehen.

Geplant sind außerdem 590 Wohnungen, zwei Kindertagesstätten, eine Seniorenresidenz und Büros. Hinzu kommen 72.000 Quadratmeter Geschäftsflächen sowie 9.000 Quadratmeter für Gastronomie.

Auch das Freizeitangebot soll deutlich ausgebaut werden. Mini-Europa selbst soll vollständig renoviert werden. Ferner sehen die Pläne unter anderem einen Spirouland-Freizeitpark, Kinosäle und eine Zusammenarbeit mit der Pariser Wissenschaftseinrichtung Cité des sciences et de l’industrie vor. (belga/calü)

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