Belgien investiert mehr als 200 Millionen Euro in eigene Militärsatelliten

<p>Verteidigungsminister Theo Francken</p>
Verteidigungsminister Theo Francken | Foto: belga

Mit dem Vorhaben will Belgien seine Abhängigkeit von anderen Ländern verringern. Geplant ist eine Konstellation aus mehreren Dutzend Satelliten, wie Francken während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten erklärte.

Die belgische Luftwaffe verfügt bereits über ein sogenanntes Space Security Centre, das die militärischen Aktivitäten im Weltraum koordiniert. Bei der Beschaffung militärischer Satellitenbilder ist Belgien bislang jedoch auf französische Systeme angewiesen.

„Wir können uns täglich für einige Minuten in das System einwählen, um Bilder anzufordern“, erklärte Francken. Eine eigene Satellitenkonstellation soll es der belgischen Armee künftig ermöglichen, dauerhaft auf selbst erhobene Bilddaten zuzugreifen.

Belgische Unternehmen könnten zum Zug kommenBei der Beschaffung könnten nach Angaben des Verteidigungsministers auch belgische Unternehmen berücksichtigt werden. Als Beispiel nannte er den wallonischen Satellitenhersteller Aerospacelab.

Für den Start der Satelliten ist Belgien hingegen auf ausländische Raumfahrtunternehmen angewiesen, da das Land über keinen eigenen Startplatz verfügt. Francken verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf den US-Anbieter SpaceX.

Auch der militärische Nachrichtendienst ADIV soll an dem Projekt beteiligt werden. Die gesammelten Daten sollen nicht ausschließlich von Belgien genutzt werden, sondern auch Partnern zur Verfügung stehen.

Der Aufbau des Systems soll nun beginnen. Bis 2030 soll die belgische Satellitenkonstellation vollständig einsatzbereit sein. (belga/rt)

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