„Immer wieder stellt sich die Frage, ob ein CSD in Ostbelgien überhaupt noch notwendig ist. Schließlich ziehen Großveranstaltungen wie der CSD in Köln mit über 1,5 Millionen Menschen enorme Aufmerksamkeit auf sich. Doch genau deshalb braucht es auch einen CSD in Ostbelgien. Queere Menschen leben überall, auch in ländlichen Regionen, und viele bleiben aus Angst vor Ablehnung im Alltag unsichtbar“, berichten die Veranstalter in einer Pressemitteilung. „Gerade in einer kleinen Gemeinschaft, in der sich viele Menschen kennen, kostet es oft Überwindung, offen zu zeigen, wen man liebt oder wer man ist. Der CSD schafft einen Raum, in dem Sichtbarkeit möglich wird und zeigt, dass niemand damit allein ist.“
Queerfeldein erklärt: „Belgien gehört zwar zu den Ländern mit den fortschrittlichsten Gesetzen für queere Menschen, doch Gleichberechtigung endet nicht bei Gesetzen. Sichtbarkeit, Begegnung und gegenseitiger Respekt bleiben auch heute unverzichtbar.“
Der CSD ist mehr als eine bunte Parade, betonen die Organisatoren: „Er ist eine Demonstration für Menschenrechte, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander. Gleichzeitig macht er sichtbar, dass queere Menschen selbstverständlich zu Ostbelgien gehören. Genauso wichtig ist die Unterstützung von Menschen, die selbst nicht queer sind. Ihre Teilnahme setzt ein klares Zeichen dafür, dass Vielfalt und Zusammenhalt die Gesellschaft stärken.“
Die Demonstration startet am 18. Juli um 14 Uhr am Rathausplatz in St.Vith und endet gegen 15.30 Uhr am Triangel. Dort beginnt im Anschluss das CSD-Fest mit Live-Musik, Kunst, Kinderprogramm und Gastronomie. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Das Programm endet gegen Mitternacht.
Queerfeldein möchte künftig nicht nur den CSD organisieren. Ziel ist es, das ganze Jahr über Begegnungsräume für queere Menschen in Ostbelgien zu schaffen. Bereits im Vorfeld fanden gemeinsame Aktionen wie ein Kennenlernen und das Bemalen der Demo-Plakate statt. Künftig sollen regelmäßig weitere Veranstaltungen folgen, „darunter Vorträge und Austauschabende, die Vernetzung, Weiterbildung und Gemeinschaft fördern“.
Der CSD in St.Vith versteht sich deshalb nicht nur als Demonstration, sondern auch als Einladung: „Als Einladung an alle Menschen, gemeinsam für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft einzustehen und anschließend ein buntes Fest zu feiern, bei dem jede und jeder willkommen ist“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung. (red/ab)

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