Flandern investiert 2,25 Millionen Euro in Diagnosen bei Entwicklungsstörungen

<p>Die flämische Sozialministerin Caroline Gennez</p>
Die flämische Sozialministerin Caroline Gennez | Bild: belga

Ziel ist es, mögliche Entwicklungsstörungen bei Babys und Kleinkindern schneller zu erkennen. Eltern sollen dadurch früher Klarheit erhalten und rascher Zugang zu einer geeigneten Begleitung oder Behandlung finden, teilte Gennez mit.

Die Zentren für Entwicklungsstörungen führen spezialisierte Untersuchungen durch, wenn Zweifel an der Entwicklung eines Kindes bestehen. Dabei arbeiten Fachleute aus mehreren Disziplinen zusammen. Die Zentren stellen Diagnosen, beraten die Familien über die weitere Betreuung und vermitteln sie bei Bedarf an geeignete Hilfsangebote.

Untersucht werden unter anderem mögliche Autismus-Spektrum-Störungen, ADHS, neurologische oder motorische Entwicklungsprobleme sowie schwere Störungen der Sprachentwicklung.

Durch die zusätzlichen Mittel steigt die jährliche Untersuchungskapazität der Zentren von 5.770 auf 7.042 Fälle. Das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozent.

Die vier Einrichtungen in Antwerpen, Brüssel, Gent und Löwen erhalten jeweils zusätzliche Kapazitäten. Dadurch sollen die Wartelisten verkürzt und die Zentren entlastet werden.

„Für kleine Kinder macht Zeit einen großen Unterschied. Je schneller eine Entwicklungsstörung festgestellt wird, desto früher können ein Kind und seine Eltern nach einer guten Lösung suchen“, erklärte Gennez.

Gleichzeitig müsse besser untersucht werden, weshalb die Nachfrage nach Diagnosen in den vergangenen Jahren so stark gestiegen sei. „Auch darauf müssen wir eine Antwort finden“, so die Ministerin.

Im Auftrag der flämischen Agentur Opgroeien läuft derzeit eine Untersuchung zu den Ursachen der steigenden Nachfrage nach Diagnostik. Sie soll zudem einen einheitlicheren Überblick über die Wartezeiten und die Arbeitsweise der verschiedenen Zentren ermöglichen.

Bis die Ergebnisse vorliegen, sollen die Wartelisten und erbrachten Leistungen einheitlicher erfasst werden. Außerdem ist eine bessere Abstimmung der Zielgruppen vorgesehen. Auch die jeweiligen Einzugsgebiete der Zentren sollen klarer festgelegt werden. (belga/rt)

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