Der Spray enthält den Wirkstoff 9-Ac-SAP. Dieser soll Viren abfangen, bevor sie sich an menschliche Zellen anheften können. Statt sich an der Zelloberfläche des Körpers festzusetzen, treffen die Viren zunächst auf das Molekül. Dadurch soll ihre Anhaftung gestört und der Beginn einer Infektion erschwert werden.
Präklinische Untersuchungen an beiden Universitäten zeigten nach Angaben der Forscher eine antivirale Wirkung gegen mehrere wichtige Atemwegsviren. Dazu zählen SARS-CoV-2, Influenzaviren und das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV.
Die Technologie könnte nach Einschätzung der Universitäten eine Ergänzung zu Impfungen, bestehenden antiviralen Medikamenten und klassischen Schutzmaßnahmen darstellen.
Der Spray könnte insbesondere für Menschen mit geschwächtem Immunsystem interessant sein, erklärte David Alsteens, Professor an der UCLouvain und Forscher am WEL Research Institute. Er sprach von einer möglichen Alternative für Personen, bei denen Impfungen nur eingeschränkt wirken.
Denkbar sei eine Anwendung vor dem Aufenthalt in geschlossenen oder stark frequentierten Räumen, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dadurch könnte das Risiko verringert werden, sich mit Grippe oder anderen Atemwegserkrankungen anzustecken.
Auch bereits infizierte Personen könnten den Spray möglicherweise verwenden, um das Übertragungsrisiko für Menschen in ihrer Umgebung zu senken. Das Präparat befindet sich allerdings noch in der Entwicklung. Ob und wann es auf den Markt kommt, ist bislang offen. (belga/rt)

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