Gästezahlen: Bütgenbach ist vorne, Norden der DG noch mit Potenzial

<p>Die Venntrilogie zählt zu den touristischen Aushängeschildern Ostbelgiens. Mit Angeboten wie diesem will die DG Besucher dazu anregen, nicht nur das Hohe Venn, sondern die gesamte Region zu entdecken und so die Gäste besser zu verteilen.</p>
Die Venntrilogie zählt zu den touristischen Aushängeschildern Ostbelgiens. Mit Angeboten wie diesem will die DG Besucher dazu anregen, nicht nur das Hohe Venn, sondern die gesamte Region zu entdecken und so die Gäste besser zu verteilen. | Foto: Chris Eyre-Walker/Interreg/EFRE

Im Parlament der DG (PDG) wollte die Vivant-Abgeordnete Diana Stiel von Tourismusminister Gregor Freches (PFF) bei der Regierungskontrolle wissen, wie sich die Gästezahlen auf die einzelnen Kommunen verteilen, wie gegen nicht registrierte Ferienunterkünfte vorgegangen wird und mit welchen Maßnahmen die Regierung Besucherströme künftig besser über die gesamte Region verteilen will.

Minister Freches legte Zahlen für die einzelnen Gemeinden vor. Demnach wurden 2024 in Amel 19.561 Ankünfte und 56.509 Übernachtungen verzeichnet. In Büllingen waren es 24.637 Ankünfte und 70.277 Übernachtungen. Bütgenbach erreichte mit 63.499 Ankünften und 159.341 Übernachtungen die höchsten Werte in der DG. In St.Vith wurden 39.194 Ankünfte und 87.605 Übernachtungen registriert, in Burg-Reuland 29.113 Ankünfte und 88.585 Übernachtungen. Für Eupen meldete die Statistik 19.236 Ankünfte und 40.038 Übernachtungen. In Kelmis wurden 2.538 Ankünfte und 5.011 Übernachtungen gezählt, in Lontzen 4.221 Ankünfte und 13.213 Übernachtungen sowie in Raeren 28.901 Ankünfte und 48.747 Übernachtungen. Das bedeutet: Insgesamt verzeichnete die DG im Jahr 2024 230.900 Ankünfte und 569.326 Übernachtungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 2,45 Tagen und damit leicht über dem Vorjahreswert von 2,4 Tagen. Bütgenbach blieb die meistbesuchte Gemeinde der Region, während Lontzen mit 3,13 Tagen die längste durchschnittliche Aufenthaltsdauer aufwies. Burg-Reuland erreichte mit 3,04 Tagen den höchsten Wert in der Eifel.

Beim Thema nicht registrierte Ferienunterkünfte sieht der Minister keinen größeren Handlungsbedarf. Die illegale Ferienvermietung stelle in der DG „kein großes Problem“ dar, führe aber dennoch zu Wettbewerbsverzerrungen. Laut seinen Angaben überprüft die Verwaltung regelmäßig Buchungsportale und kontaktiert Anbieter nicht registrierter Unterkünfte. Zusätzliche Möglichkeiten soll künftig eine neue EU-Verordnung schaffen. Seit Ende Mai sind Plattformen wie Airbnb oder Booking.com verpflichtet, Buchungsdaten automatisiert und anonymisiert mit den Behörden auszutauschen. Über Registrierungsnummern könnten dadurch nicht registrierte oder fehlerhaft registrierte Unterkünfte leichter identifiziert werden. Die Verwaltung der Ferienunterkünfte sei inzwischen digitalisiert worden. Registrierte Betreiber hätten bereits ihre europäische Registrierungsnummer erhalten. Der eigentliche Datenaustausch werde allerdings voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres beginnen, da der nationale Datenaustauschpunkt noch aufgebaut werde. Die EU habe damit „ein wirksames Instrument gegen illegale Ferienvermietung geschaffen“, erklärte Minister Gregor Freches. Gemeinsam mit Flandern und der Wallonie wolle die DG dieses nutzen, um illegale Unterkünfte entweder zu legalisieren oder dem regulären Wohnungsmarkt zurückzuführen.

Auf die Frage nach einer besseren Verteilung der Besucherströme verwies der DG-Minister auf die starke touristische Infrastruktur in Bütgenbach. Gleichzeitig sei es das Ziel der Regierung, dass alle Gemeinden von Gästen profitieren. Dazu setze die DG auf Angebote wie die Vennbahn, die Venntrilogie, die Genusstouren oder die touristischen Routen in der Eifel. Sie sollen Besucher dazu anregen, ganz Ostbelgien zu entdecken. Künftig sollen zudem an stark frequentierten Standorten wie dem Hohen Venn oder dem Bütgenbacher See digitale Informationssäulen installiert werden. Diese sollen auf alternative Ausflugsziele, Parkmöglichkeiten und Freizeitangebote hinweisen. Viele Tagesgäste würden diese Alternativen bislang nicht kennen. So könnten Besucherströme besser verteilt und Spitzenbelastungen abgefedert werden. Diana Stiel begrüßte die angekündigten Maßnahmen zur Besucherlenkung. Ihrer Ansicht nach müsse das Augenmerk weiterhin auf einer besseren Verteilung der Touristen liegen. Insbesondere im Norden Ostbelgiens gebe es noch Potenziale, die bislang nicht ausgeschöpft würden. Die Regierung versuche bewusst, den Fokus auf ganz Ostbelgien zu richten, so der Tourismusminister. Das Hohe Venn bleibe zwar ein touristischer Mittelpunkt, dennoch dürfe man den Norden nicht aus den Augen verlieren. Gerade im Hotelbereich bestünden dort noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

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