Während in Flandern bereits 17 Prozent der Arbeitnehmer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und in Brüssel immerhin neun Prozent, liegt dieser Anteil in der Wallonie bei lediglich drei Prozent. Avello unterstützt deshalb die Aktion „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“, sieht aber weiterhin großen Nachholbedarf bei der Infrastruktur.
Denn trotz der offensichtlichen Vorteile des Radfahrens stoßen viele Pendler im Alltag auf zahlreiche Hindernisse. Unvollständige Verkehrsführungen, schlecht ausgebaute Straßen, fehlende Radwege und Sicherheitsprobleme im Mischverkehr mit Autos und anderen Verkehrsteilnehmern erschweren vielerorts den Umstieg aufs Fahrrad.
Besonders deutlich zeigen sich die regionalen Unterschiede. Während Flandern seit Jahren über ein dichtes und vergleichsweise gut ausgebautes Radwegenetz verfügt, hinkt die Wallonie weiterhin hinterher. Aber auch in Brüssel besteht noch Handlungsbedarf: Dort sind bislang lediglich 31 Prozent des geplanten Radwegenetzes fertiggestellt.
Gleichzeitig werden jedoch zunehmend Maßnahmen ergriffen, um Arbeitnehmer zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen. Dazu gehören zusätzliche Fahrradparkplätze an Unternehmen sowie Kilometerpauschalen, die zahlreiche Arbeitgeber ihren Beschäftigten anbieten.
Vor allem in der Hauptstadt scheint diese Strategie Wirkung zu zeigen. Nach Angaben von Avello ist die Zahl der Radfahrer in Brüssel in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In der Wallonie hingegen stagniert die Entwicklung.
Mit der Aktion „Au boulot à vélo “ (zu Deutsch: „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“) wollen die Organisatoren deshalb am Mittwoch ein Zeichen für eine nachhaltigere Mobilität setzen. Unternehmen können die von ihren Mitarbeitern zurückgelegten Fahrradkilometer erfassen und miteinander vergleichen. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite des Initiators Cyclis Bike Lease veröffentlicht. Mehrere Tausend Teilnehmer werden erwartet.
Für Avello steht fest: Wer regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für die eigene körperliche und mentale Gesundheit. Damit noch mehr Menschen aufs Rad umsteigen, müssten allerdings die Rahmenbedingungen vielerorts verbessert werden. (belga/calü)

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