Von den Ausfällen betroffen sind sowohl Abflüge als auch Ankünfte. Reisende, deren Flug gestrichen wurde, sollen direkt von ihrer jeweiligen Fluggesellschaft informiert werden.
Der Landesflughafen konzentrierte sich am Nachmittag zunächst darauf, die Flüge abzuwickeln, die noch vor der Sperrung des Luftraums starten konnten. Gleichzeitig wurden Passagiere betreut, die sich bereits am Flughafen befanden und von den kurzfristigen Annullierungen betroffen waren.
Hintergrund ist ein neuer Ausstand bei Skeyes. Aufgrund der Arbeitsniederlegung können zwischen etwa 14 Uhr und 21 Uhr keine Flugbewegungen im belgischen Luftraum stattfinden. Damit wird der Flugverkehr in Belgien bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden massiv beeinträchtigt. Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte ein spontaner Streik der Fluglotsen zu Verspätungen und Umleitungen geführt.
Der Brussels Airport rief alle betroffenen Reisenden dazu auf, nicht zum Flughafen anzureisen, wenn ihr Flug in den Zeitraum der Sperrung fiel. Nach Angaben von Skeyes sollte der Flugverkehr nach 21 Uhr schrittweise wieder aufgenommen werden.
Auslöser des Konflikts ist das künftige digitale Kontrollzentrum in Namur. Von dort aus sollen ab 2027 die Start-, Lande- und Bodenbewegungen an den Flughäfen Charleroi und Lüttich gesteuert werden. Obwohl Direktion und Gewerkschaften am Montag noch über Übergangsmaßnahmen für die Beschäftigten verhandelt hatten und laut Skeyes bereits ein Vorabkommen mit der christlichen Gewerkschaft CSC erzielt worden war, blieben die Spannungen bestehen. Als Reaktion auf die Proteste kündigte das Unternehmen am Dienstag an, die für den 12. Juni geplanten Beratungen über das Projekt vorerst auszusetzen. Man wolle „den sozialen Dialog wiederherstellen und den notwendigen Raum schaffen, um das Dossier in einem ruhigen Rahmen weiter zu prüfen“, erklärte Skeyes. (belga/calü)

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