Den Grundstein für seinen Erfolg legte Evans bereits am Freitag. Auf der über 24 Kilometer langen Wertungsprüfung von Isegami nahm der Waliser seinen Verfolgern entscheidend Zeit ab und übernahm die Führung. Zwar versuchten seine Konkurrenten in den folgenden Tagen, den Rückstand zu verkürzen, doch Evans ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Besonders spannend wurde es am Samstag. Oliver Solberg, der die erste Wertungsprüfung der Rallye gewonnen hatte und zunächst Evans' erster Verfolger war, griff den Spitzenreiter direkt an. Der Schwede leistete sich jedoch einen Fahrfehler in einer Bremszone und schied nach einem Unfall aus.
Dadurch rückte Sébastien Ogier auf den zweiten Platz vor. Der Franzose setzte den Führenden bis zum Schluss unter Druck und war am Sonntag in fünf der sechs gefahrenen Prüfungen schneller als Evans. Dennoch reichte es nicht mehr, um den Rückstand aufzuholen. Am Ende gewann Evans mit 12,8 Sekunden Vorsprung auf Ogier. Dritter wurde der Finne Sami Pajari, ebenfalls auf Toyota.
Für Evans war es der 13. Sieg seiner Karriere in der Rallye-Weltmeisterschaft und bereits der dritte Erfolg in Japan innerhalb von vier Jahren.

Weniger erfreulich verlief das Wochenende für Thierry Neuville. Der gebürtige St. Vither konnte am Freitag das Tempo der Spitzengruppe noch einigermaßen mitgehen, verlor auf den Asphaltprüfungen am Samstag und Sonntag jedoch zunehmend den Anschluss. Zusätzlich wurde er durch Probleme mit der Handbremse seines Hyundai ausgebremst, die bereits am Samstag für Schwierigkeiten sorgten. Mehr als Platz sechs war für den Weltmeister von 2024 dieses Mal nicht drin.
In der Weltmeisterschaft zahlt sich Evans' Sieg aus. Der Toyota-Pilot baut seine Führung auf 151 Punkte aus und liegt nun 20 Zähler vor seinem Teamkollegen Takamoto Katsuta (131). Oliver Solberg behauptet mit 102 Punkten Rang drei. Hinter ihm schieben sich Sami Pajari (96) und Sébastien Ogier (90) an Adrien Fourmaux (89) vorbei auf die Plätze vier und fünf. Neuville bleibt mit 73 Punkten auf Rang sieben der Fahrerwertung und verliert weiter an Boden im Titelkampf.
Für Neuville könnte jetzt ein Wechsel des Untergrunds neue Chancen eröffnen. Die verbleibenden sieben Rallyes der Saison werden allesamt auf Schotter ausgetragen. Die nächste Station ist Ende Juni die traditionsreiche Akropolis-Rallye in Griechenland (25.–28.06.). (belga/calü)

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