Mit 4:3 im Elfmeterschießen besiegten die Pariser die Gunners im Finale der Champions League. Nach Verlängerung hatte es 1:1 (1:1, 0:1) gestanden. Der französische Meister sicherte sich damit zum zweiten Mal den Titel und bestätigte unter Enrique seine Ausnahmestellung im europäischen Klubfußball. „Ich bin komplett erschöpft, aber ich freue mich“, sagte der Spanier. „Wir haben es verdient.“
Das von Katar finanzierte Milliardenprojekt, das Enrique zu einer echten Einheit geformt hat, schrieb in Budapest zudem Geschichte: Als erst zweites Team nach Real Madrid verteidigte PSG erfolgreich seinen Titel in der Champions League.

Unter den 61.035 Zuschauern in der ausverkauften Puskás Aréna verfolgten auch zahlreiche Fußballgrößen wie Thierry Henry und FIFA-Präsident Gianni Infantino das Endspiel. Besonders aufmerksam wurde die Partie auch im belgischen Nationalteam verfolgt. Während sich die Roten Teufel am Samstag im Trainingszentrum in Tubize versammelten, hofften sie auf einen Triumph ihres Teamkollegen Trossard.
Der Arsenal-Profi erhielt von Trainer Mikel Arteta das Vertrauen und stand in der Startelf – und das sollte sich zunächst auszahlen. Obwohl die Londoner ohne Niederlage und mit nur sechs Gegentoren ins Finale eingezogen waren, galten sie gegen den Titelverteidiger als Außenseiter. „Wir sind hier, um ihnen den Titel abzunehmen“, hatte Arteta vor dem Spiel angekündigt.

Noch lauter als bei „Mr. Brightside“ der Rockband The Killers während der Eröffnungsshow wurde es wenig später auf den Rängen. Ein missglückter Befreiungsschlag von PSG-Kapitän Marquinhos landete nach einem Zuspiel von Trossard im Lauf von Kai Havertz. Der Stürmer zog aus spitzem Winkel ab und traf unhaltbar zum 1:0 (6.).
Die Führung spielte Arsenal in die Karten. Die beste Defensive des Wettbewerbs verteidigte tief und kompakt, während Paris trotz zeitweise knapp 80 Prozent Ballbesitz kaum Lücken fand.
Schiedsrichter Daniel Siebert ließ in den Zweikämpfen viel laufen, griff beim Zeitspiel der Engländer aber konsequent durch. Verteidiger Cristhian Mosquera sah kurz nach der Pause die Gelbe Karte (47.).

Später brachte Mosquera Chwitscha Kwarazchelia im Strafraum zu Fall. Siebert zeigte sofort auf den Punkt, und Weltfußballer Ousmane Dembélé verwandelte den Elfmeter souverän zum Ausgleich (65.). Paris erhöhte danach den Druck, Kwarazchelia traf allerdings nur den Pfosten (77.).
So ging das Finale in die Verlängerung. Trossard spielte dabei keine Rolle mehr, der Rote Teufel war bereits in der Schlussphase der regulären Spielzeit ausgewechselt worden. Arsenal reklamierte in der 102. Minute noch vergeblich einen Strafstoß nach einem Zweikampf mit Noni Madueke, ein weiterer Treffer fiel jedoch nicht.
Im Elfmeterschießen behielt PSG schließlich die Nerven. Gabriel setzte den entscheidenden Versuch über das Tor und machte damit den Weg frei für den erneuten Triumph der Franzosen. Während in Paris eine weitere lange blau-rote Partynacht begann, blieb Trossard nur die Enttäuschung über die verpasste Krönung seiner Champions-League-Saison. (sid/calü)

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