Der viermalige Grand-Slam-Sieger aus Südtirol litt ab dem dritten Satz seines Zweitrundenduells mit dem Argentinier Juan Manuel Cerúndolo bei Temperaturen von über 30 Grad unter großen körperlichen Problemen. Der 24-Jährige, der die Weltrangliste souverän anführt und sich in den vergangenen Wochen als scheinbar unbezwingbar präsentiert hatte, verlor 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6.
Sinner hatte in den vergangenen Jahren immer wieder bei hohen Temperaturen mit seinem Körper zu kämpfen gehabt. Gegen Cerúndolo sah es zunächst so aus, als würden diese Sinner diesmal nichts anhaben können. Gegen Ende des dritten Satzes jedoch schien der Südtiroler plötzlich Probleme zu bekommen, immer wieder suchte die Nummer eins der Welt den spärlichen Schatten auf dem Court Philippe-Chatrier, er dehnte mehrfach seine Muskulatur.
In Sinners Box herrschte Ratlosigkeit, als er ein eigenes Aufschlagspiel ohne Punktgewinn abgeben musste. Beim Stand von 6:3, 6:2, 5:4 für Sinner konnte er dann erstmals nicht mehr weiterspielen und nahm eine medizinische Auszeit. Dabei gab er an, dass ihm „schwindelig“ sei. Sinner kehrte anschließend auf den Platz zurück, verlor aber den dritten Satz.
Auch nach einer weiteren längeren Pause sah Sinner nicht gut aus. Im vierten Satz musste er sich beinahe auf dem Court übergeben. Immer wieder stützte er sich zudem auf seinem Schläger ab und versuchte, Rat in seiner Box einzuholen. Es half nichts: Nach insgesamt drei Stunden war auch der vierte Satz verloren. Sinner kämpfte verbissen, doch sein Körper ließ ihn auch im Anschluss im Stich.
Sinner war als absoluter Topfavorit auf den Titel nach Paris gereist. 2025 bremste ihn erst Carlos Alcaraz in einem epischen Finale aus – der Spanier fehlt in diesem Jahr verletzungsbedingt, was Sinners Chancen im Vorfeld noch einmal vergrößert hatte. In Rom gewann der Italiener sein sechstes Masters in Serie nach den Triumphen in Paris (2025) sowie Indian Wells, Miami, Monte Carlo und Madrid in diesem Jahr. Einer seiner größten Rivalen in diesem Jahr war Alexander Zverev, dessen Chancen auf einen ersten Grand-Slam-Titel durch Sinners Aus nun deutlich besser erscheinen.

Im Damen-Einzel stolperte auch Elise Mertens entscheidend gegen die Polin Maja Chwalinska. Die Weltranglisten-23. unterlag der Nummer 114 überraschend deutlich mit 4:6, 0:6 und schied bei ihrer zehnten aufeinanderfolgenden Paris-Teilnahme bereits in der zweiten Runde aus. Ihr bestes Resultat bleibt das Erreichen der vierten Runde 2018, 2022 und 2023.
Mit der Limburgerin schied die letzte Belgierin im Einzelturnier aus: Hanne Vandewinkel hatte am Dienstag gegen die Amerikanerin Madison Keys verloren, Sofia Costoulas, Greet Minnen und Jeline Vandromme hatten es erst gar nicht ins Hauptfeld geschafft. Roland Garros ist für Elise Mertens jedoch noch nicht komplett vorbei: Im Doppel muss sie am Donnerstag erneut ran und trifft mit der Chinesin Shuai Zhang auf Alycia Parks (USA) und Laura Pigossi (Brasilien), die kurzfristig den Platz der Ukrainerin Marta Kostuyk und der Rumänin Elena Gabriela Ruse einnahmen.
Am Freitag treten drei Belgier im Doppel in Aktion: Raphaël Collignon und Zizou Bergs treffen in der dritten Runde auf den Tschechen Petr Nouza und den Österreicher Neil Oberleitner, Hanne Vandewinkel ist mit ihrer australischen Partnerin Maya Joint gegen Aleksandra Krunic (Serbien) und Anna Danilina (Kasachstan) gefordert. (sid/belga/tf)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren