Marilyn Monroe: Mehr Mythos als Mensch

<p>Besucher betrachten in einer Pariser Ausstellung Fotografien von Marilyn Monroe aus dem Film „Das verflixte 7. Jahr“ – bis heute prägt vor allem das Bild der Schauspielerin die Erinnerung an sie.</p>
Besucher betrachten in einer Pariser Ausstellung Fotografien von Marilyn Monroe aus dem Film „Das verflixte 7. Jahr“ – bis heute prägt vor allem das Bild der Schauspielerin die Erinnerung an sie. | Foto: belga/afp

Fast jeder kennt das weiße Kleid über dem U-Bahn-Schacht, die blonden Haare, das Lächeln. Aber wer könnte spontan drei Filme von ihr nennen? Natürlich gehören „Manche mögen’s heiß“ oder „Das verflixte 7. Jahr“ zur Kinogeschichte. Und doch scheint sich Marilyn Monroe irgendwann von ihrem Werk gelöst zu haben. Der Weg zur Ikone verlief nicht allein über ihre Filme, sondern über die Geschichte, die aus ihr gemacht wurde. Während ihrer gesamten Karriere blieb Marilyn Monroe auf das Image der Sexbombe festgelegt. Mitte der 1950er-Jahre umgab sie zunehmend eine geheimnisvolle Aura, verstärkt durch Berichte über ihre psychische Labilität, ihren Alkohol- und Medikamentenkonsum und ihre Ehe mit dem Intellektuellen Arthur Miller. Hinzu kamen Spekulationen über Beziehungen zum damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy und dessen Bruder Robert Kennedy. Mit ihrem frühen Tod 1962 im Alter von nur 36 Jahren begann aus der öffentlichen Figur endgültig ein Mythos zu werden. Bis heute tragen Spekulationen über die Hintergründe ihres Suizids und Verschwörungstheorien über ihr Leben und Sterben dazu bei, dass Marilyn Monroe mehr blieb als ein Filmstar. Die 1940er- und 1950er-Jahre gelten als die goldene Ära Hollywoods. Es war eine Zeit, in der nicht nur Filme entstanden, sondern Figuren für die Ewigkeit.

Humphrey Bogart wurde mit „Casablanca“ und seinen Auftritten als zynischer Detektiv und Einzelgänger im „Film noir“ zur Verkörperung des klassischen Kinostars. James Dean wiederum wurde trotz nur drei großer Kinofilme zum Symbol einer Generation: jung, rebellisch und unangepasst. Doch ihre Bekanntheit blieb eng mit ihrem Werk verbunden. Bei Marilyn Monroe war das anders. Bei ihr lebten nicht nur die Filme weiter, sondern das Bild, das von ihr entstand. Sie wurde nicht zur Legende, weil sie die größte Schauspielerin ihrer Zeit war, sondern weil aus ihr etwas entstand, das größer wurde als ihre Filme. Jede Generation blickt anders auf Marilyn Monroe und erkennt etwas anderes in ihr: Sexsymbol, tragische Heldin, frühe Popfigur oder Verkörperung des amerikanischen Traums. Darin liegt das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit.

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