Die Hilfe erfolgt vor allem über Lebensmittelpakete mit haltbaren Produkten und Grundnahrungsmitteln. Mehr als 90 Prozent der Verteilungen werden von VoGs, den ÖSHZ sowie dem Vinzenzverein organisiert.
Langfristig zeigt sich ein deutlicher Anstieg: Innerhalb von 30 Jahren habe sich die Zahl der Empfänger verdreifacht bis vervierfacht, was einem Zuwachs von 251 Prozent entspreche. Dieser Anstieg liege deutlich über dem Bevölkerungswachstum in Belgien.
Seit drei Jahren stagnieren die Zahlen allerdings. Laut dem Forscher Antoine Habay bedeutet dies jedoch nicht, dass die Armut zurückgeht. Vielmehr seien viele Hilfsstrukturen inzwischen ausgelastet und könnten keine weiteren Menschen mehr aufnehmen. Zudem verzichteten manche Bedürftige darauf, ihre Ansprüche geltend zu machen.
Regional bestehen deutliche Unterschiede: In Brüssel beziehen 7,3 Prozent der Bevölkerung Lebensmittelhilfe. In der Wallonie liegt der Anteil bei 6,4 Prozent, in Flandern bei 3,5 Prozent.
Hilfsorganisationen äußern zudem Sorge über die unzureichende Finanzierung des Sektors. Vor allem eine mögliche Reform der Arbeitslosenunterstützung könnte nach Einschätzung der Akteure die soziale Unsicherheit weiter verschärfen und den Druck auf die bereits stark belasteten Vereine erhöhen. (belga/rt)

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