Fast jeder fünfte Belgier von Essstörungen betroffen

<p>Essstörungen wie Bulimie oder Essanfälle treten laut einer Studie besonders häufig bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren auf.</p>
Essstörungen wie Bulimie oder Essanfälle treten laut einer Studie besonders häufig bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren auf. | Illustrationsbild: dpa

Für die Untersuchung des „Public Mental Health Monitor“ wurden 10.000 Menschen zwischen 18 und 85 Jahren befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass Essstörungen viele unterschiedliche Formen annehmen können und Menschen aller Altersgruppen betreffen. Besonders häufig treten Essanfälle und sogenanntes Purging-Verhalten – etwa selbst herbeigeführtes Erbrechen oder der Missbrauch von Abführmitteln – bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren auf.

Die gesundheitlichen Folgen beschränken sich laut der Studie nicht auf Gewichtsprobleme. Auch Magen- und Darmbeschwerden könnten die Folge sein.

Zudem weisen Betroffene ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen auf. Das Risiko für Depressionen, posttraumatische Belastungsstörungen oder Suizidgedanken sei drei- bis 18-mal höher als bei Menschen ohne solche Störungen. Nach dem Auftreten bulimischer Symptome verdopple sich zudem die Wahrscheinlichkeit späterer psychischer Probleme.

Zorgnet-Icuro warnt gleichzeitig davor, dass viele Betroffene keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Nur rund ein Drittel habe bislang Unterstützung erhalten. Gründe seien unter anderem die hohe Hemmschwelle und die weiterhin starke gesellschaftliche Stigmatisierung von Essstörungen.

Der Verband fordert deshalb verstärkte Investitionen in Prävention sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Einrichtungen und psychologischen Diensten – sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene.

Menschen mit Suizidgedanken können sich anonym und kostenlos rund um die Uhr an die belgische Suizidpräventionsstelle wenden. Weitere Informationen gibt es über www.preventionsuicide.be. (belga/rt)

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