Kinderbetreuung: Trotz Fachkräftemangel finden viele keine Stelle

<p>Im Parlament wurde die schwierige Lage frisch ausgebildeter Kinderbetreuer thematisiert.</p>
Im Parlament wurde die schwierige Lage frisch ausgebildeter Kinderbetreuer thematisiert. | Foto: picture alliance/dpa

Vertreter der Kinderbetreuung hätten zuletzt im Ausschuss erneut den Fachkräftemangel und den Bedarf an Neueinstellungen betont, erklärte Diana Stiel. Dennoch hätten laut ihren Angaben von 14 Absolventen der Fachrichtung Kinderbetreuung an der KPVDB derzeit zwölf keine Anstellung in diesem Bereich gefunden.

Einige seien weiterhin auf Jobsuche, andere hätten sich bereits beruflich neu orientiert. Mit weiteren bevorstehenden Diplomierungen spitze sich die Lage für Berufseinsteiger zusätzlich zu. Zudem verwies die Abgeordnete auf angebliche Unklarheiten bei Stellenausschreibungen. Bewerber hätten berichtet, dass als Stellen im Norden ausgeschriebene Arbeitsplätze tatsächlich nur im Süden verfügbar gewesen seien. Die Vivant-Abgeordnete wollte deshalb unter anderem wissen, wie die DG-Regierung die Diskrepanz zwischen Fachkräftemangel und fehlenden Anstellungen erklärt. Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) verwies auf den weiterhin hohen Bedarf an Kinderbetreuern. Faktoren wie Teilzeitbeschäftigung oder grenzüberschreitende Arbeitnehmermobilität machten kontinuierliche Investitionen in die Ausbildung notwendig. Laut einer Verbleibanalyse des Arbeitsamts seien von den 14 Absolventen derzeit sechs arbeitslos, acht gingen bereits einer Tätigkeit nach, für die das Diplom qualifiziere. Ähnliche Ergebnisse hätten auch frühere Jahrgänge gezeigt.

Ministerin nennt mehrere Ursachen für schwierigen Berufseinstieg.

Zudem könne zwischen Ausbildungsende und Berufseinstieg eine gewisse Zeitspanne liegen. Als weitere Gründe nannte die DG-Ministerin unterschiedliche Vorstellungen vom Beruf, den Wunsch vieler Bewerber nach einer Tätigkeit im Unterrichtswesen, mangelnde Mobilität sowie unpassende Arbeitszeiten oder Arbeitsmodelle. Teilweise stelle sich auch erst während der Ausbildung heraus, dass der Beruf nicht den persönlichen Vorstellungen entspreche. Zu den Stellenanzeigen erklärte Lydia Klinkenberg, derzeit seien beim Arbeitsamt zwei ZKB-Stellen ausgeschrieben – eine für den Norden, eine für den Süden Ostbelgiens. Damit könne flexibel auf den Personalbedarf des ZKB an über 100 Standorten reagiert werden. „Es besteht auf dem Arbeitsmarkt demnach nach wie vor eine Nachfrage nach Kinderbetreuern“, erläuterte die DG-Ministerin. (sc)

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