Arbeitsdruck in Belgien bleibt für viele Beschäftigte zu hoch

<p>Wer viel Druck auf der Arbeit hat, der wird auch schneller seelisch krank – aber dagegen kann jeder Arbeitnehmer Maßnahmen ergreifen.</p>
Wer viel Druck auf der Arbeit hat, der wird auch schneller seelisch krank – aber dagegen kann jeder Arbeitnehmer Maßnahmen ergreifen. | Foto: picture alliance/dpa

Demnach geben 45,9 Prozent der Beschäftigten an, ihre Arbeitsbelastung sei deutlich zu hoch. Knapp die Hälfte, 49,1 Prozent, empfindet das Arbeitspensum als ausgewogen. Nur eine kleine Minderheit von rund fünf Prozent sagt, sie habe zu wenig Arbeit.

Auch auf Arbeitgeberseite wird das Problem erkannt. 45,7 Prozent der Unternehmen räumen ein, dass die Arbeitsbelastung in ihrer Organisation hoch ist. Zudem geben 47,2 Prozent der Arbeitgeber und 54,9 Prozent der Arbeitnehmer an, dass der Druck im vergangenen Jahr leicht oder deutlich zugenommen hat. Als wichtigste Ursache nennen rund ein Viertel der Befragten Personalmangel.

Viele Unternehmen versuchen, gegenzusteuern. Sieben von zehn Betrieben, 69,6 Prozent, bieten flexible Arbeitsbedingungen an. 71,1 Prozent setzen zudem auf sinnstiftende Aufgaben. Nach Angaben der Arbeitgeber liegt der Schwerpunkt dabei vorwiegend auf Autonomie und der Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen. 43,8 Prozent der Unternehmen nennen diesen Punkt. Auch für die Arbeitnehmer ist Autonomie wichtig: Für 37 Prozent ist sie die wichtigste Quelle der Zufriedenheit im Job.

Unterschiede zeigen sich allerdings bei anderen Erwartungen. Arbeitgeber legen großen Wert auf eine starke Team- und Zusammenarbeitskultur. 40,7 Prozent nennen diesen Punkt. Bei den Arbeitnehmern spielt er eine geringere Rolle: Nur 24 Prozent zählen ihn zu ihren Prioritäten.

Umgekehrt unterschätzen viele Unternehmen offenbar die Bedeutung abwechslungsreicher Aufgaben. Nur 22,5 Prozent der Arbeitgeber setzen darauf, obwohl die Vielfalt der Aufgaben für 34 Prozent der Arbeitnehmer die zweitwichtigste Quelle der Zufriedenheit ist.

Trotz des hohen Arbeitsdrucks fühlen sich fast sieben von zehn belgischen Arbeitnehmern wohl in ihrem Job. Acerta sieht darin ein Zeichen, dass Maßnahmen der Arbeitgeber im Bereich Wohlbefinden Wirkung zeigen. Ganz verhindern können sie Überlastung aber nicht: Fast ein Viertel der Beschäftigten, 24 Prozent, gibt an, sich einem Burn-out-Risiko ausgesetzt zu fühlen. (belga/calü)

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