Giro d’Italia: Vingegaard gewinnt 9. Etappe, Eulalio bleibt in Rosa

<p>Jonas Vingegaard gewann die neunte Giro-Etappe am Corno alle Scale als Solist und nähert sich damit dem Rosa Trikot.</p>
Jonas Vingegaard gewann die neunte Giro-Etappe am Corno alle Scale als Solist und nähert sich damit dem Rosa Trikot. | Foto: Luca Bettini/AFP/belga

Der Däne vom Team Visma-Lease a Bike gewann die neunte Etappe über 184 Kilometer von Cervia hinauf zum Corno alle Scale als Solist. Einen Tag zuvor hatte Jhonatan Narvaez auf der achten Etappe in Fermo den dritten Tageserfolg für das vom Verletzungspech getroffene UAE-Team geholt. Vingegaard setzte sich am Schlussanstieg der neunten Etappe, der als Berg der ersten Kategorie eingestuft war, im letzten Kilometer von Felix Gall ab. Der Österreicher von Decathlon CMA CGM kam mit zwölf Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel, Vingegaards italienischer Teamkollege Davide Piganzoli wurde mit 34 Sekunden Rückstand Dritter. Lennert Van Eetvelt von Lotto Intermarché belegte mit 1:06 Minuten Rückstand den 13. Platz.

Für Vingegaard war es der zweite Etappensieg bei diesem Giro nach seinem Erfolg am Freitag am Blockhaus. Zugleich erreichte der Träger des Blauen Trikots des besten Bergfahrers seinen 50. Profisieg und seinen achten Erfolg im Jahr 2026. Der Portugiese Eulalio von Bahrain-Victorious verteidigte als Tagesfünfter mit 41 Sekunden Rückstand das Rosa Trikot. Sein Vorsprung auf Vingegaard schrumpfte jedoch von 3:15 auf 2:24 Minuten, jener auf Gall von 3:34 auf 2:59 Minuten. Van Eetvelt verbesserte sich um drei Positionen und liegt nun auf Rang 17 mit 7:37 Minuten Rückstand.

Der 10,8 Kilometer lange Schlussanstieg zum Corno alle Scale mit durchschnittlich 6,1 Prozent Steigung und einer Passage von 15 Prozent zeigte auch die Grenzen von Giulio Pellizzari. Der Italiener von Red Bull-Bora-Hansgrohe verlor 1:28 Minuten auf Vingegaard und fiel in der Gesamtwertung auf Rang neun mit 5:15 Minuten Rückstand zurück.

Den Beginn der neunten Etappe prägte eine achtköpfige Ausreißergruppe, die auf Initiative von Davide Ballerini und Lorenzo Milesi entstanden war. Dazu gehörten Jonas Geens, Sakarias Koller Loland, Einer Rubio, Tim Naderman, Mattia Bais und Martin Marcellusi. Das Feld ließ den Abstand allerdings selten auf mehr als zwei Minuten anwachsen. Später setzten Giulio Ciccone und Diego Ulissi nach. Toon Aerts schloss sich ihnen an, und 60 Kilometer vor dem Ziel erreichten sie die Spitze. Am Anstieg zur Querciola, einem Berg der dritten Kategorie, reduzierte sich die Angreifergruppe auf Ciccone, Ulissi, Aerts, Milesi und Rubio.

Am Fuß des Corno alle Scale fuhren Ciccone und Rubio nach vorn, während das Feld 1:30 Minuten zurücklag. 7,6 Kilometer vor dem Ziel attackierte Ciccone. Erst 1800 Meter vor dem Gipfel wurde er von Gall und Vingegaard eingeholt, die auf den steilsten Abschnitten die übrigen Favoriten abgeschüttelt hatten. Vingegaard verweigerte dem Österreicher die Führungsarbeit, ehe er unter der Flamme rouge konterte und allein zum Etappensieg fuhr.

Die achte Etappe am Samstag hatte Narvaez nach 156 Kilometern von Chieti nach Fermo gewonnen. Der Ecuadorianer, der bereits das vierte Teilstück für sich entschieden hatte, beschied UAE den dritten Etappensieg dieser Rundfahrt. Die Mannschaft von Tadej Pogacar, der beim Giro nicht am Start ist, hatte zu Beginn der Rundfahrt durch schwere Stürze ihre drei wichtigsten Fahrer verloren. Narvaez setzte sich im hügeligen Finale auf den engen Straßen von Fermo knapp zehn Kilometer vor dem Ziel ab.

Zweiter der achten Etappe wurde Andreas Leknessund aus Norwegen mit 32 Sekunden Rückstand, vor seinem Landsmann Martin Tjøtta. Narvaez’ Teamkollege Mikkel Bjerg hatte zuvor viel Arbeit für den Erfolg des Ecuadorianers geleistet. Vingegaard, der am Tag nach seinem Blockhaus-Sieg im Blauen Trikot fuhr, machte im Schlusssprint zwei Sekunden auf Eulalio gut. Dem Portugiesen blieben danach 3:15 Minuten Vorsprung auf Vingegaard, Gall lag als Dritter 3:34 Minuten zurück.

Die 156 Kilometer am Samstag wurden trotz des schweren und langen Vortags in hohem Tempo gefahren. Vom Start in Chieti ging es rasch an die Küste, es gab sofort zahlreiche Attacken, doch lange konnte sich keine Gruppe absetzen. Zudem hatten die Fahrer mit Wind zu kämpfen. Für Vingegaard entstand ein Schreckmoment, als das Peloton auseinanderriss und er in der hinteren Gruppe fuhr. Sein Team schloss die Lücke wieder. Danach löste sich das Trio aus Bjerg, Narvaez und Leknessund, aus dem Narvaez später den entscheidenden Angriff setzte.

Vingegaard versucht beim Giro, nach der Tour de France und der Vuelta a España auch die dritte große Landesrundfahrt zu gewinnen. Dies gelang bislang erst sieben Fahrern. Nach der Bergankunft am Sonntag folgt am Montag der zweite Ruhetag. Am Dienstag steht das einzige Einzelzeitfahren dieses 109. Giro d’Italia auf dem Programm. Es führt über 42 Kilometer von Viareggio nach Massa. Ein Wechsel an der Spitze blieb aus, doch die Abstände zwischen den ersten Verfolgern veränderten sich nach beiden Etappen spürbar. (belga/jj)

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