Pokalfinale hinterlässt Spuren: Fast 70.000 Euro Schaden im König-Baudouin-Stadion

<p>Beim Pokalfinale zwischen Union und Anderlecht wurden im Brüsseler König-Baudouin-Stadion mehr als 500 Sitze zerstört.</p>
Beim Pokalfinale zwischen Union und Anderlecht wurden im Brüsseler König-Baudouin-Stadion mehr als 500 Sitze zerstört. | Foto: belga

Das Finale des Landespokals hat im König-Baudouin-Stadion deutliche Spuren hinterlassen. Mehr als 500 Sitze wurden am Donnerstag im Anschluss an die Partie zwischen der Royale Union Saint-Gilloise und dem RSC Anderlecht beschädigt oder zerstört. Der Gesamtschaden wird auf fast 70.000 Euro geschätzt. Das teilte die Brüsseler Sportschöffin Florence Frelinx (MR) am Freitag mit.

Der Schaden sei „größer als gedacht“, erklärte Frelinx. Nach Angaben der Stadt Brüssel konzentrierten sich die Zerstörungen vor allem auf die Tribüne 4, in der die Anderlecht-Anhänger untergebracht waren. Dort wurden die meisten beschädigten Sitze festgestellt. Im Bereich der Union-Fans seien hingegen nur rund 20 beschädigte Stühle gezählt worden.

Neben den zerstörten Sitzschalen wurden auch Toiletten beschädigt. Außerdem wurden Graffiti angebracht, und in den Gängen blieb viel Abfall zurück. Die Schadenssumme liegt damit in einer ähnlichen Größenordnung wie nach dem Pokalfinale im vergangenen Jahr.

Frelinx fand deutliche Worte für die Vorfälle. „Das sind keine Ausbrüche von Fans, das sind Akte von Vandalismus“, sagte die Sportschöffin. Sie fordert, die Verantwortlichen zu identifizieren, strafrechtlich zu verfolgen und mit Stadionverboten zu belegen.

Der RSC Anderlecht hatte die Vorfälle bereits zuvor bedauert und „mit Nachdruck“ verurteilt. Die „Veilchen“ kündigten an, mit der Stadt Brüssel, dem Fußballverband und der Pro League zusammenarbeiten zu wollen, um die Verantwortlichen zu identifizieren und zu sanktionieren. Zugleich fordert der Club eine Bewertung der Sicherheitsmaßnahmen rund um das Finale.

Auch die Brüsseler Verkehrsgesellschaft STIB meldete nach dem Pokalfinale Schäden. Im U-Bahnhof Houba-Brugmann wurde die Tür eines Metrozuges gewaltsam geöffnet. Nach Zeugenaussagen sollen auch dafür Anderlecht-Anhänger verantwortlich gewesen sein. Die Reparatur dauerte rund anderthalb Stunden.

Die Stadt Brüssel will die Rechnung für die Reparaturen an die betroffenen Clubs weiterleiten.

Sportlich hatte Union das Finale für sich entschieden. Die Unionisten gewannen gegen die „Veilchen“ nach Verlängerung mit 3:1. (belga/calü)

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