Anschlag auf Synagoge in Lüttich: Verdächtiger in den USA in Haft

<p>Ein Blick auf die Lütticher der Synagoge in der Rue Léon Frédéric</p>
Ein Blick auf die Lütticher der Synagoge in der Rue Léon Frédéric | Foto: belga

Im Zusammenhang mit der Explosion vor der Synagoge in Lüttich ist ein Verdächtiger in den USA in Haft. Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf amerikanische Gerichtsunterlagen berichtet, soll ein Iraker mehrere Angriffe auf jüdische Einrichtungen und amerikanische Interessen in Europa koordiniert und geplant haben. Darunter soll auch die Explosion vor der Synagoge in der Rue Léon Frédéricq im Lütticher Stadtteil Longdoz am 9. März fallen.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich laut den US-Behörden um Mohammad Baqer Saad Dawood al-Saadi. Er befindet sich in U-Haft und erschien am Freitag vor einem Gericht in New York.

Nach Darstellung der amerikanischen Justiz soll al-Saadi andere Personen angeleitet und dazu angestiftet haben, Angriffe auf israelische und amerikanische Interessen zu verüben. Diese seien demnach als Vergeltung nach Beginn der amerikanisch-israelischen Offensive gegen den Iran geplant worden. Zugleich sollen sie den Zielen der proiranischen irakischen Gruppe Kataeb Hezbollah sowie der iranischen Revolutionsgarden und deren Verbündeten gedient haben.

Die US-Justiz wirft dem Iraker vor, an der Koordinierung von mindestens 18 Angriffen beteiligt gewesen zu sein. Neben Europa sollen auch zwei Angriffe in Kanada eine Rolle spielen. Zudem soll al-Saadi Angriffe in den Vereinigten Staaten geleitet oder vorbereitet haben, unter anderem gegen eine große Synagoge in New York.

Für die amerikanischen Behörden gilt al-Saadi als Führungsperson der irakischen proiranischen Gruppierung Kata’ib Hisbollah, auch bekannt als Brigaden der Hisbollah. Die USA stufen die Gruppe als terroristische Organisation ein.

Laut CNN soll Kata’ib Hisbollah ihre Angriffe in Europa unter dem Namen Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia – kurz HAYI – verübt haben. Diese bislang kaum bekannte Gruppierung hatte sich in den vergangenen Monaten zu mehreren Angriffen bekannt. Dazu zählen neben der Explosion vor der Synagoge in Lüttich auch Angriffe auf die Synagoge in Rotterdam, eine jüdische Schule in Amsterdam sowie auf die jüdische Gemeinschaft in London.

Die genauen Umstände der Festnahme von Mohammad Baqer Saad Dawood al-Saadi sind bislang nicht bekannt. Sein Anwalt sagte laut CNN, der Iraker könnte in der Türkei festgenommen und anschließend an die Vereinigten Staaten ausgeliefert worden sein. Die weiteren Ermittlungen und das Verfahren in den USA sollen nun klären, welche Rolle der Verdächtige tatsächlich gespielt hat. (belga/calü)

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