Notfallnummer 1733 ist vielen Belgiern noch unbekannt

<p>Die Nummer 1733 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist vielen Menschen in Belgien noch zu wenig bekannt. Experten sehen darin einen Grund, warum sich Patienten zu oft direkt an die Notaufnahme wenden.</p>
Die Nummer 1733 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist vielen Menschen in Belgien noch zu wenig bekannt. Experten sehen darin einen Grund, warum sich Patienten zu oft direkt an die Notaufnahme wenden. | Foto: picture alliance/dpa

Die Telefonnummer 1733 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist in Belgien noch immer zu wenig bekannt. Das führt nach Ansicht von Experten dazu, dass sich Patientinnen und Patienten zu oft direkt an die Notaufnahme wenden – auch dann, wenn ein Bereitschaftsarzt die passendere Anlaufstelle wäre.

Zu diesem Schluss kommt eine Expertengruppe, die sich in einem Bericht des föderalen Gesundheitsministeriums mit der Reform der hiesigen Krankenhauslandschaft befasst hat. Zitiert wird der Bericht am Samstag von der Zeitung „La Libre Belgique“.

Die Nummer 1733 wurde seit 2013 schrittweise eingeführt. Sie soll als zentrale Anlaufstelle dienen, wenn außerhalb der normalen Sprechzeiten ein Allgemeinmediziner benötigt wird – also nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Die Nutzung nimmt zwar zu: Im Januar 2023 gingen rund 53.000 Anrufe ein, im Januar 2026 waren es bereits 97.000. Dennoch bleibt die Nummer nach Einschätzung der Experten in der breiten Bevölkerung zu wenig verankert.

Die Fachleute plädieren deshalb dafür, die 1733 dauerhaft erreichbar zu machen – rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche, ähnlich wie die Notrufnummer 112. Nötig sei eine integrierte Anrufstruktur, in der beide Nummern zusammenarbeiten.

Konkret schlagen die Experten vor, dass jeder Anruf – unabhängig davon, ob er über die 1733 oder die 112 eingeht – zentral nach Dringlichkeit eingeschätzt wird. Anschließend sollen die Betroffenen an die passende Stelle weitergeleitet werden: an einen Bereitschaftsarzt, an eine Notaufnahme oder gegebenenfalls an den Rettungsdienst.

Ein solches zentrales Triage-System könne dauerhaft, also 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche, eingerichtet werden. Als strukturelle Lösung bringen die Experten zudem die Schaffung einer föderalen Rettungsagentur ins Spiel. Diese könnte alle Notrufe koordinieren und die Zuständigkeiten klar festlegen.

Nach Ansicht der Fachleute hätte eine solche Reform spürbare Folgen für die Krankenhäuser. Wenn die medizinische Steuerung über 1733 und 112 dauerhaft organisiert würde und die Bereitschaftsdienste eine klare Alternative zur Krankenhausnotaufnahme bildeten, könnte die Zahl der Besuche in den Notaufnahmen sinken.

Derzeit verzeichnen die belgischen Notaufnahmen knapp vier Millionen Besuche pro Jahr. Die Bereitschaftsposten machen dagegen weniger als drei Prozent der rund 50 Millionen jährlichen Arztkontakte aus. (belga/calü)

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