Weitere Zeugen schildern Horror des Dramas von Strépy: „Ich habe Knochen brechen hören“

<p>Die Angeklagten Paolo und Antonino Falzone</p>
Die Angeklagten Paolo und Antonino Falzone | Foto: belga

Eine Zeugin berichtete, sie habe plötzlich die Scheinwerfer des Wagens gesehen, bevor „Menschen und Gegenstände durch die Luft flogen“. Sie schilderte zudem einen noch bei Bewusstsein befindlichen Gilles auf der Motorhaube sowie eine Frau, die mit dem Gesicht zu Boden gestürzt sei. „Ich habe Knochen brechen hören“, sagte sie vor Gericht. Andere Zeugen erklärten, die Fahrerscheibe sei „offen oder zerbrochen“ gewesen. Keiner habe Bremsgeräusche wahrgenommen. Ein Mann lief dem Fahrzeug noch mehrere Dutzend Meter hinterher. „Ich sah zwei Gilles auf dem Auto“, berichtete er. Auch die psychischen Folgen des Dramas standen im Mittelpunkt der Anhörungen. Eine Zeugin erklärte, sie könne schnell fahrende Autos nicht mehr ertragen und leide regelmäßig unter Albträumen. Eine andere sprach von Angstzuständen, Selbstverletzungen und Suizidgedanken seit den Ereignissen. Später sagte zudem ein Ehepaar aus, das den Umzug gefilmt hatte. Die Frau beschrieb die Szene wie „ein zusammenfallendes Kartenhaus“, gefolgt von „vollkommener Stille“. Ihr Mann glaubte zunächst, seinen Sohn unter den Opfern erkannt zu haben.

Zum Ende der Anhörungen geriet der Hauptangeklagte Paolo Falzone unter Druck. Der Anwalt einer Nebenpartei fragte ihn: „Wollten Sie dem Gilles ausweichen oder ihn überfahren?“ Falzone antwortete: „Natürlich wollte ich ihm ausweichen.“ Damit räumte er indirekt ein, den Mann auf seiner Motorhaube gesehen zu haben – das ist aber ein Widerspruch zu seinen früheren Aussagen. (belga/nico)

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