Kampagne des PRT: Wie wir die Zuckerfalle im Alltag knacken

<p>Zucker steckt nicht nur in Süßigkeiten, sondern oft auch versteckt in Alltagsprodukten wie Joghurt, Fertigsoßen oder Müslis. Die PRT-Kampagne #Hellobesseresser sensibilisiert für einen bewussteren Umgang mit Zucker.</p>
Zucker steckt nicht nur in Süßigkeiten, sondern oft auch versteckt in Alltagsprodukten wie Joghurt, Fertigsoßen oder Müslis. Die PRT-Kampagne #Hellobesseresser sensibilisiert für einen bewussteren Umgang mit Zucker. | Illustration: picture alliance/dpa

Fast jeder kennt das Nachmittagstief oder den plötzlichen Heißhunger. Oft steckt dahinter eine Achterbahnfahrt unseres Blutzuckerspiegels.

Der Grund: Wir essen deutlich mehr Zucker, als wir denken. In Belgien konsumieren wir, laut Scienscano-Ergebnissen im Schnitt das Zwei- bis Vierfache der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Menge.


Warum ist es so schwer, den Zuckerkonsum zu kontrollieren?


Das Problem ist der „freie Zucker“. Er steckt nicht nur in Süßigkeiten, sondern versteckt sich in verarbeiteten Lebensmitteln wie Fruchtjoghurt, Ketchup oder Fertigsoßen. Ein herkömmlicher Fruchtjoghurt kann bereits 10 bis 16 Gramm freien Zucker enthalten – das ist oft schon die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis. Er wird unter Namen wie Dextrose, Sirup oder Maltodextrin getarnt, was den Einkauf ohne Lupe zur Herausforderung macht.


Die neue Kampagne trägt das Motto „Zucker aus. Geschmack an“. Klingt nach Verzicht. Ist es das auch?


Ganz im Gegenteil. Es geht nicht um faden Verzicht, sondern um ein „Aroma-Upgrade“. Wir wollen zeigen, dass man das Gehirn austricksen kann. Gewürze wie Zimt und Vanille erhöhen die wahrgenommene Süße, ohne den Blutzucker zu beeinflussen. Wer zum Beispiel Nüsse kurz in der Pfanne anröstet, erhält ein intensiveres Aroma, das viel schneller sättigt und die Lust auf Süßes besser stillt als eine Handvoll Gummibärchen.


Ein Schwerpunkt der Aktion ist das Frühstück. Warum?


Weil hier die Weichen gestellt werden. Wer mit gezuckerten Cerealien startet, provoziert einen schnellen Insulinanstieg, der die Fettverbrennung stoppt und bald neuen Hunger auslöst. Unsere „Frühstücks-Formel“ setzt dagegen auf Früchte, komplexe Kohlenhydrate und Eiweiß. Das hält bis zu 75 % länger satt. Ein Naturjoghurt mit frischen Beeren und einem Klecks Nussmus ist eine wahre Energiebombe – ganz ohne freien Zucker.


Haben Sie einen speziellen Tipp für den Abend, wenn die Lust auf Süßes auf der Couch am größten ist?


Abends ist Zucker besonders tückisch, da ein hoher Insulinspiegel die nächtliche Regeneration stören kann. Wir empfehlen: eine Tasse Kräutertee mit Fenchel oder Süßholz. Diese Sorten schmecken von Natur aus süßlich und beruhigen das System, ohne den Blutzucker Achterbahn fahren zu lassen. Auch ein leichter, herzhafter Snack ist möglich, wenn der Hunger zu groß ist.


Wie kann man konkret bei der Challenge mitmachen?


Wir laden jeden ein, im Mai bei #Hellobesseresser dabei zu sein. Am 18. Mai um 19 Uhr findet in Eynatten ein kostenloser Vortrag zum Thema „Zucker im Alltag“ statt. Ebenfalls am 18. Mai werden praxisnahe Kochabende in Eupen und Bütgenbach angeboten. Dort zeigen wir u.a., wie man mit Bananen und Datteln leckere Rezepte backen kann, ohne industriellen Zucker. Und natürlich die Sechs-Tage-Online-Zucker-Challenge: Vom 26. bis 31. Mai mit täglichen Inspirationen, Rezepten (wie die beliebten Bananenmuffins oder Nicecream) und Tipps. (red/sc)


Das ganze Programm der diesjährigen Kampagne gibt es auf www.patientenrat.be

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