Der Song „Dancing on the Ice“ verbindet moderne Pop-Produktion mit einer aufwendig choreografierten Bühnenshow. Ob der frühe Startplatz ein Vorteil oder Nachteil ist, bleibt offen: Historisch gelten spätere Startnummern oft als günstiger. Andererseits kann ein starker früher Auftritt im Gedächtnis bleiben, besonders in einer politisch und emotional aufgeladenen ESC-Ausgabe wie dieser.
Hier das Lied von Essyla.
Die Startreihenfolge wurde in der Nacht nach dem zweiten Halbfinale veröffentlicht. Dabei spielen musikalische Dramaturgie, Abwechslung und technische Umbauten eine wichtige Rolle. Dass Israel direkt vor Belgien auftritt, dürfte erneut genau beobachtet werden. Schon im ersten Halbfinale am Dienstag lag der israelische Beitrag unmittelbar vor Essyla. Damals war die Arena in Wien von vereinzelten „Free Palestine“-Rufen und Buhrufen begleitet worden. Die Teilnahme Israels sorgt beim diesjährigen ESC weiterhin für massive politische Kontroversen. Der Eurovision Song Contest feiert in diesem Jahr seine 70. Ausgabe, doch statt nur Musik steht auch Politik im Mittelpunkt. Mehrere Länder, darunter die Niederlande, Spanien, Slowenien, Irland und Island, haben sich aus Protest gegen Israels Teilnahme zurückgezogen. Für Freitag und Samstag werden in Wien größere pro-palästinensische Demonstrationen erwartet. Die Diskussionen drehen sich vor allem um den Gaza-Krieg und die israelische Politik im Westjordanland. Die EBU als Organisator hält dennoch an der Teilnahme Israels fest.
Das zweite Halbfinale am Donnerstag verlief weitgehend ohne Überraschungen. Besonders stark präsentierten sich Australien und Dänemark, die beide als Mitfavoriten für Samstag gelten. Die australische Sängerin Delta Goodrem begeisterte mit ihrer kraftvollen Retro-Powerballade „Eclipse“, die vielerorts Erinnerungen an große Pop-Hymnen der 1990er-Jahre weckte. Für Gesprächsstoff sorgte dagegen Rumänien: Alexandra Capitanescu qualifizierte sich mit dem provokanten Song „Choke Me“. Kritiker werfen dem Lied vor, problematische Sexualpraktiken zu verharmlosen – ein Vorwurf, den die Sängerin zurückweist. Ebenfalls problemlos weiter kam der dänische Publikumsliebling Søren Torpegaard Lund mit dem eingängigen Titel „Før Vi Går Hjem“. Außerdem qualifizierten sich Bulgarien, die Ukraine, Malta, Zypern, Albanien und Tschechien für das Finale. Als Favoriten gelten laut Wettquoten weiterhin Finnland und Griechenland. Auch Australien wird mittlerweile hoch gehandelt. Gastgeber Österreich richtet den ESC nach dem Sieg von JJ im vergangenen Jahr aus. Der österreichische Kandidat Cosmó ist als Vertreter des Gastgeberlandes automatisch für das Finale qualifiziert. (belga/dpa/vrt/sc)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren