Ketamin am Steuer: Vias fordert neue Speicheltests für Polizeikontrollen

<p>Ketamin am Steuer lässt sich in Deutschland bereits per Speicheltest nachweisen. In Belgien fordert Vias nun die Anschaffung entsprechender Tests.</p>
Ketamin am Steuer lässt sich in Deutschland bereits per Speicheltest nachweisen. In Belgien fordert Vias nun die Anschaffung entsprechender Tests. | Foto: picture alliance/dpa

Ketamin ist ein schnell wirkendes Narkosemittel, das Halluzinationen, Orientierungslosigkeit und Bewusstseinsverlust auslösen kann. In den vergangenen Jahren hat die Substanz auch als Freizeitdroge an Popularität gewonnen. Betroffene zeigen laut Vias äußere Anzeichen, die denen einer alkoholisierten Person ähneln. Im Straßenverkehr ist Ketamin bislang jedoch nicht ausdrücklich verboten. Das soll sich nun ändern: Wie Vias berichtet, wird an diesem Dienstag eine Gesetzesänderung in der Kammer verabschiedet, durch die der Konsum von Ketamin im Verkehr künftig strafbar wird.

Unterstützt wurde die Gesetzesänderung vom föderalen Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés). Er bezeichnete den zunehmenden Ketaminkonsum als „besorgniserregend“. Fahren unter Drogeneinfluss stelle eine Gefahr für die Verkehrssicherheit dar und fordere jedes Jahr Opfer, betonte der Minister.

Wie häufig Ketamin derzeit im Straßenverkehr vorkommt, lässt sich nur schwer messen. Das Problem: Die derzeit in Belgien eingesetzten Speicheltests können Ketamin nicht erkennen. Ob jemand die Substanz konsumiert hat, lässt sich bislang nur durch eine Laboranalyse feststellen. Für die Polizei erschwert das die Arbeit erheblich. Bisher mussten sich die Beamten vor allem auf äußere Anzeichen oder auf den allgemeinen Begriff der Trunkenheit beziehungsweise Fahruntüchtigkeit stützen, um betroffenen Fahrern den Führerschein zu entziehen. Vias sieht darin eine Lücke zwischen Gesetzgebung und praktischer Kontrolle.

Aus den Jahreszahlen für 2025 geht laut Vias hervor, dass die Substanz in sechs Prozent der positiven Speichelproben nachgewiesen wurde, die ursprünglich wegen anderer Drogen analysiert worden waren. Das tatsächliche Ausmaß des Problems dürfte nach Einschätzung des Instituts deutlich größer sein, weil Ketamin bislang nur dann gesucht wurde, wenn der Fahrer bereits eine andere Droge konsumiert hatte.

Deshalb fordert Vias die Anschaffung angepasster Speicheltests. International gebe es bereits validierte Tests, mit denen Ketamin nachgewiesen werden könne. Damit könnte die Polizei künftig schneller und gezielter vor Ort kontrollieren und Fahrer unter Ketamineinfluss aus dem Verkehr ziehen. (belga/calü)

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