Belgien verzeichnet starken Anstieg tödlicher Pneumokokkenfälle

<p>Gesundheitsexperten empfehlen insbesondere Risikogruppen eine Impfung gegen Pneumokokken.</p>
Gesundheitsexperten empfehlen insbesondere Risikogruppen eine Impfung gegen Pneumokokken. | Foto: picture alliance/dpa

Bei sogenannten invasiven Pneumokokkeninfektionen handelt es sich um besonders schwere Krankheitsverläufe wie Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen. Nach Angaben des Referenzzentrums wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.479 bestätigte Fälle registriert – so viele wie nie zuvor.

Bereits 2024 war mit 2.120 Fällen ein Höchststand erreicht worden. Die Zahl der schweren Infektionen stieg nun innerhalb eines Jahres noch einmal um 17 Prozent an.

Vor allem bei Erwachsenen nahm die Zahl der Erkrankungen deutlich zu. Besonders stark betroffen waren Menschen über 85 Jahre: In dieser Altersgruppe wurde ein Anstieg von 36 Prozent verzeichnet.

Noch deutlicher fiel die Entwicklung bei Hirnhautentzündungen aus. Die Zahl der durch Pneumokokken verursachten Meningitisfälle stieg laut Sciensano um 34 Prozent – ebenfalls überwiegend bei Erwachsenen. Mindestens 145 Todesfälle standen 2025 im Zusammenhang mit den schweren Infektionen.

Pneumokokken sind Bakterien, die sich häufig in Nase und Rachen ansiedeln. Viele Menschen tragen sie in sich, ohne selbst krank zu werden. Dennoch können sie andere anstecken – etwa über kleine Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen sowie durch engen direkten Kontakt wie Küssen.

Die Infektionen können sehr unterschiedlich verlaufen. Häufig verursachen Pneumokokken eher milde Erkrankungen wie Mittelohrentzündungen oder Nebenhöhlenentzündungen. Gefährlich wird es, wenn die Bakterien tiefere Bereiche des Körpers erreichen. So kann eine Lungenentzündung unter anderem mit Schüttelfrost, hohem Fieber, Schmerzen beim Atmen und starkem Husten einhergehen. Gelangen die Bakterien zusätzlich in die Blutbahn, drohen lebensgefährliche Komplikationen.

Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren sowie Menschen über 65 Jahre. Bei ihnen verlaufen Pneumokokkeninfektionen häufiger schwer.

Gesundheitsexperten weisen darauf hin, dass sich viele dieser Erkrankungen durch Impfungen verhindern lassen. Der Hohe Gesundheitsrat empfiehlt deshalb eine Impfung insbesondere für Risikogruppen und hatte seine Empfehlungen Ende vergangenen Jahres noch verschärft. (belga/calü)

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