Das System soll nicht nur haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften helfen, sondern ausdrücklich auch von der örtlichen Bevölkerung selbst genutzt werden können. Damit will die Stadt die Hilfe zur Selbsthilfe stärken. Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons überzeugte sich vor Ort gemeinsam mit Anwohnern und Fachleuten der Verwaltung von der Funktionsweise des Systems. Die freistehenden Elemente werden durch den Druck des aufgestauten Wassers stabilisiert.
Das neue Schutzsystem lässt sich leichter handhaben als Sandsäcke.
„Wir können Extremwetter nicht verhindern – aber wir können uns besser darauf vorbereiten“, sagte Ziemons. Das mobile System sei ein wirksames Werkzeug, mit dem sich die Menschen im Süden der Stadt besser schützen könnten. Er sprach von gemeinschaftlicher Vorsorge und einem wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit in Zeiten des Klimawandels.
Nach Angaben der Stadt liegen die Vorteile gegenüber Sandsäcken vor allem im Gewicht und in der Handhabung. Ein Meter des 50 Zentimeter hohen Systems wiegt rund 13 Kilogramm und kann damit von einer Person getragen und aufgestellt werden. Für einen vergleichbaren Sandsackdamm wären etwa 45 Säcke nötig – insgesamt rund 900 Kilogramm Sand.
Für die drei Ortsteile sollen Module mit einer Gesamtlänge von etwa einem Kilometer beschafft werden. Gelagert werden sollen sie möglichst nah an den Einsatzorten, damit sie bei steigenden Pegeln schnell verfügbar sind. Bei einer Ortsbegehung in Friesenrath wurden bereits praktische Fragen wie benötigte Mengen, mögliche Lagerorte und die spätere Ausbildung der Helferinnen und Helfer besprochen.
Eine Projektgruppe soll die weiteren Details klären. Die ehrenamtliche Koordination vor Ort übernimmt Frank Wagemann. Eingebunden sind auf städtischer Seite unter anderem die neue Stabsstelle für Sicherheit und strategische Gefahrenabwehr, das Dezernat Klima und Umwelt, die Untere Wasserbehörde sowie der städtische Klimaschutzmanager. Zudem arbeitet die Stadt mit der Bürgerinitiative „HSI“ – der Hochwasser-Schutz-Initiative Friesenrath-Hahn-Sief-Kornelimünster – zusammen. Ziel ist, dass das mobile Hochwasserschutzsystem im Sommer 2026 im Aachener Südraum bereitsteht. (red/jj)

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