Trotz Ultimatum: Aktivisten setzen Besetzung an Uni Gent fort

<p>Trotz eines Ultimatums der Universität Gent setzen pro-palästinensische Aktivisten ihre Besetzung im UFO-Gebäude fort.</p>
Trotz eines Ultimatums der Universität Gent setzen pro-palästinensische Aktivisten ihre Besetzung im UFO-Gebäude fort. | Foto: belga

Stattdessen verlegten die Aktivisten ihr Protestcamp vom Campus Coupure in das UFO-Gebäude im Zentrum von Gent. Dort tagt am Freitagnachmittag auch der Verwaltungsrat der Universität. Im Gebäude wurden bereits rund 20 Zelte aufgebaut, weitere sollen nach Angaben der Organisatoren noch folgen. Das frühere Camp auf dem Campus Coupure sei inzwischen vollständig geräumt worden.

Die Universität hatte am Donnerstag offiziell verlangt, die besetzten Gebäude zu verlassen. Gleichzeitig kündigte die Uni Gent rechtliche Schritte an, falls die Aktivisten der Aufforderung nicht nachkommen sollten.

Für die Besetzer ist der Umzug jedoch auch ein symbolischer Schritt. Sprecher Youlian Burnham erklärte, man wolle damit „näher an Petra De Sutter herankommen“. Die Aktivisten seien weiterhin zu Gesprächen bereit. Allerdings kritisieren sie, dass die Universitätsleitung nur hinter verschlossenen Türen und mit einer kleinen Delegation verhandeln wolle. „Dabei betrifft diese Debatte die gesamte Universitätsgemeinschaft“, sagte Burnham.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht weiterhin die Forderung der Aktivisten, sämtliche Kooperationen der Universität mit israelischen Institutionen zu beenden. Die Besetzer behaupten, dass bei der Sitzung des Verwaltungsrats möglicherweise eine neue Zusammenarbeit mit einer israelischen Einrichtung behandelt werde.

Die Universität widerspricht dieser Darstellung teilweise. Laut der UGent handelt es sich um ein Projekt, das bereits seit längerer Zeit vorbereitet werde und zuvor auch eine positive Stellungnahme der universitätseigenen Menschenrechtskommission erhalten habe.

Für die Aktivisten ändert das allerdings nichts. „Für uns macht das keinen Unterschied“, erklärte Burnham. „Wir sind der Meinung, dass israelische Institutionen aktiv zu den Menschenrechtsverletzungen in Gaza beitragen.“

Während der Sitzung des Verwaltungsrats soll erneut protestiert werden – ähnlich wie bereits bei früheren Zusammenkünften des Gremiums in den vergangenen Monaten. Welche Form die Aktionen annehmen werden, ist derzeit noch unklar.

Die Besetzung des Campus Coupure hatte am 22. April begonnen. In den vergangenen Tagen hatten beide Seiten noch versucht, Bedingungen für Gespräche auszuhandeln. Eine Einigung kam jedoch nicht zustande.

Trotz der angedrohten juristischen Schritte wollen die Aktivisten ihren Protest fortsetzen. „Ich denke, dass hier alle bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen, damit unsere Botschaft gehört wird“, sagte Burnham. (belga/calü)

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