Während die Zahl der Arbeitslosen im ersten Quartal 2026 leicht zurückging, steigt die Erwerbsbeteiligung in der DG langfristig weiter an. Besonders Frauen und ältere Arbeitnehmer sind heute deutlich häufiger berufstätig als noch vor einigen Jahren. Ende März 2026 waren in der Deutschsprachigen Gemeinschaft 2.517 Vollarbeitslose registriert – 31 weniger als noch im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,7 Prozent und bleibt nahezu auf Vorjahresniveau. Auffällig ist allerdings, dass nur noch rund 45 Prozent der Betroffenen Arbeitslosenunterstützung beziehen. Hintergrund ist die Reform des Arbeitslosengeldes: Zwischen Januar und März verloren rund 200 Personen ihr Arbeitslosen- oder Berufseingliederungsgeld.
Das Aarbeitsamt weist jedoch darauf hin, dass der Rückgang der Zahlen teilweise auch auf technische Änderungen zurückzuführen sei. Personen ohne gesicherte Angaben zum Aufenthaltstitel würden inzwischen nicht mehr als Vollarbeitslose gezählt. Gleichzeitig stieg der Anteil der freiwillig eingetragenen Arbeitsuchenden auf mittlerweile 26 Prozent. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen in der DG – rund 55 Prozent – gilt inzwischen als langzeitarbeitslos und ist damit seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung. Besonders deutlich gestiegen ist die Zahl der Personen, die bereits zwischen zwei und fünf Jahren arbeitslos sind. Rund ein Drittel der Arbeitslosen ist zudem älter als 50 Jahre, etwa die Hälfte davon über 60 Jahre alt.
Deutlich bleiben weiterhin die regionalen Unterschiede innerhalb der DG. Im Norden, also Kelmis, Raeren, Lontzen und Eupen, liegt die Arbeitslosenquote mit 9 Prozent weiterhin klar über jener im Süden, also in Büllingen, Bütgenbach, Amel, St.Vith und Burg-Reuland, wo lediglich 3,4 Prozent erreicht werden. Auch bei der Erwerbsbeteiligung zeigen sich Unterschiede: Während in der Eifel eine Erwerbsquote von 78,1 Prozent verzeichnet wird, liegt sie im Norden bei 73,4 Prozent. Besonders niedrig fällt sie in Eupen mit 67,6 Prozent aus. Gemeinden wie Amel, Lontzen oder Raeren liegen hingegen deutlich über dem Durchschnitt.
Insgesamt zählte die DG im Jahr 2023 rund 37.530 Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren zur Erwerbsbevölkerung – ein Plus von rund einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beschäftigungsquote stieg auf 71,3 Prozent, die Erwerbsquote auf 75,2 Prozent. Seit 2017 haben sich beide Werte um etwa zwei Prozentpunkte verbessert. Besonders stark gewachsen ist in den vergangenen 20 Jahren die Erwerbsbeteiligung älterer Frauen. Bei den Frauen über 50 liegt sie inzwischen bei 68,3 Prozent und hat sich damit nahezu verdoppelt. Gleichzeitig bleibt das Bildungsniveau ein entscheidender Faktor: Während mehr als 88 Prozent der Hochqualifizierten beschäftigt sind, liegt die Quote bei Niedrigqualifizierten nur bei 65 Prozent.
Große Unterschiede bestehen außerdem bei Menschen mit Nicht-EU-Herkunft. Ihre Erwerbsquote liegt in der DG bei lediglich 45 Prozent, bei Frauen sogar nur bei 39 Prozent. Dennoch beobachtet das Arbeitsamt seit dem Jahr 2017 „einen deutlichen Aufholprozess“.
Positiv entwickelt sich laut Arbeitsamt weiterhin die Jugendarbeit. Die Beschäftigungsquote der 15- bis 24-Jährigen liegt in der DG mit 36,8 Prozent sogar höher als in allen anderen belgischen Regionen. Gleichzeitig ging die Zahl der arbeitslosen Schulabgänger im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zurück.
Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote bleibt derweil stabil, allerdings weiterhin auf eher niedrigem Niveau. Im ersten Quartal 2026 wurden dem Arbeitsamt 260 offene Stellen (ohne Interim-Stellen) gemeldet. Das waren ähnlich viele wie in den beiden Vorjahren. (red/nico)

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