Eierstockkrebs gehört in Belgien zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und steht derzeit an zwölfter Stelle der Krebsstatistik. Besonders betroffen sind Frauen über 50 Jahre. Die Überlebensrate fünf Jahre nach der Diagnose liegt bei 46,4 Prozent. Bei besonders aggressiven Formen der Erkrankung sinkt sie sogar deutlich unter 38 Prozent.
Genau dort setzt ein neues Forschungsprojekt unter der Leitung von Professor Toon Van Gorp vom Uniklinikum Löwen an. Im Mittelpunkt steht die sogenannte hochgradig-seröse Form des Eierstockkrebses – die häufigste und aggressivste Variante der Krankheit. In fast 90 Prozent der Fälle wird sie erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.
Die Forscher arbeiten derzeit an einer innovativen Methode, die künftig belastende Gewebeproben teilweise ersetzen könnte. Dabei geht es um sogenannte „Liquid Biopsies“, also Bluttests, mit denen untersucht werden soll, ob eine Behandlung mit sogenannten PARP-Hemmern sinnvoll ist. Diese Medikamente kommen meist nach Operationen und Chemotherapien zum Einsatz.
Bislang erfolgt die Analyse über klassische Gewebeproben direkt am Tumor. „Das ist ein belastender Eingriff, insbesondere bei gynäkologischen Krebsarten, bei denen sich die Tumore tief im Bauchraum befinden“, erklärt die Stiftung gegen Krebs.
Ziel der Wissenschaftler ist daher ein deutlich schonenderes Verfahren ohne operative Eingriffe. Nach Einschätzung der Stiftung werden allerdings noch fünf bis sechs Jahre weiterer Forschung nötig sein, bevor ein solcher Bluttest breit eingesetzt werden kann.
Langfristig könnte die Methode nicht nur unnötige und belastende Therapien vermeiden, sondern auch individuell besser auf die Patientinnen abgestimmte Behandlungen ermöglichen. Ferner hoffen die Forscher, die Technologie später auch bei anderen Krebsarten wie Gebärmutter-, Brust-, Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs einsetzen zu können.
„An diesem Welttag des Eierstockkrebses unterstreicht die Stiftung gegen Krebs die Bedeutung nachhaltiger Investitionen in die Forschung“, erklärte die Organisation. „Nur so können wir den Weg zu personalisierteren, wirksameren und weniger belastenden Therapien ebnen.“ (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren