Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem Absynthe Minded, Ozark Henry, Sioen und Zap Mama. Hinter dem Aufruf steht das Künstlerkollektiv No Music For Genocide.
In dem Schreiben kritisieren die Initiatoren, dass Israel erneut am Wettbewerb teilnehmen darf. Es sei bereits das dritte Jahr in Folge, in dem das Land zugelassen werde – trotz der Situation im Gazastreifen. Gleichzeitig verweisen die Künstler darauf, dass Russland seit dem Angriff auf die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen ist.
Der Brief wirft Israel vor, den weltweit vielbeachteten Musikwettbewerb zu nutzen, um sein internationales Image zu verbessern. Deshalb fordern die Unterzeichner einen Boykott des Wettbewerbs, solange die Europäische Rundfunkunion (EBU) den israelischen öffentlich-rechtlichen Sender KAN nicht ausschließt.
Auch der israelische Staatspräsident Isaac Herzog wird in dem Schreiben erwähnt. Ihm wird vorgeworfen, Einfluss auf Rundfunkanstalten genommen zu haben, damit Israel im Wettbewerb verbleibt.
Zugleich üben die Künstler deutliche Kritik an der Haltung der EBU. Diese habe 2022 erklärt, die Teilnahme Russlands würde dem Wettbewerb schaden – ein ähnlicher Maßstab werde im Fall Israels jedoch nicht angewendet. Die Unterzeichner sprechen von „Heuchelei“ und stellen die Neutralität des Veranstalters infrage.
Unterstützung kommt auch von einigen Ländern: Spanien, Irland, Island, Slowenien und die Niederlande werden in dem Schreiben ausdrücklich erwähnt, da sie sich aus der diesjährigen Ausgabe zurückgezogen haben. Zudem hätten zahlreiche Künstler angekündigt, eine Teilnahme abzulehnen.
„Als Künstler erkennen wir unsere kollektive Handlungsmacht und unsere Möglichkeit zur Verweigerung. Wir weigern uns zu schweigen. Wir weigern uns, Komplizen zu sein“, heißt es in dem offenen Brief.
Belgien hatte vor einigen Wochen seine Vertreterin für den Wettbewerb bestimmt: Die Sängerin Essyla wird beim Eurovision Song Contest die belgische Fahne hochhalten antreten. Hinter dem Künstlernamen steht die 29-jährige Alice Van Eesbeeck aus der Provinz Wallonisch-Brabant, die einem breiteren Publikum durch ihre Teilnahme an der neunten Staffel von „The Voice Belgique“ bekannt wurde. Wie ihr Label Blue Milk Records mitteilte, geht sie mit dem Titel „Dancing On The Ice“ ins Rennen. In diesem Jahr lag die Auswahl des belgischen Beitrags beim frankophonen öffentlich-rechtlichen Sender RTBF.
Der Eurovision Song Contest 2026 soll vom 12. bis 16. Mai in Wien stattfinden. Die vergangene Ausgabe verfolgten weltweit rund 166 Millionen Zuschauer. (belga/calü)

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