Die außergewöhnlich hohe Nachfrage fiel auf einen der ersten wirklich kalten Tage des Winters, begleitet vom ersten Schneefall der Saison. „Die Wetterbedingungen führten zu einer doppelten Dynamik: Einerseits stieg die Stromnachfrage deutlich an, andererseits war die Stromproduktion aus Solaranlagen sehr begrenzt“, erklärt die CREG.
Den Großteil der Nachfrage deckten Gas- und Kernkraftwerke. Gaskraftwerke lieferten mit rund 4.600 Megawatt den größten Anteil, ergänzt durch die beiden aktiven Reaktoren Doel 4 und Tihange 2 mit zusammen gut 2.000 Megawatt. Die schwache Solarproduktion wurde durch eine ungewöhnlich hohe Windstromerzeugung ausgeglichen – sowohl an Land als auch auf See.
Trotz der hohen Inlandsnachfrage blieb die Versorgungslage stabil. Belgien importierte zwar große Strommengen aus den Niederlanden, exportierte gleichzeitig aber auch erhebliche Mengen nach Frankreich. Auch die Strompreise gaben keinen Hinweis auf Engpässe. Auffällig war lediglich, dass die Nachfrage im Vorfeld deutlich unterschätzt worden war – ein Hinweis darauf, dass extreme Verbrauchsspitzen weiterhin schwer vorherzusagen sind.
Die Analyse der vergangenen Jahre zeigt zudem zwei klare Trends: Zum einen verschiebt sich der Zeitpunkt der Verbrauchsspitzen zunehmend in den späten Vormittag. Zum anderen wächst der Abstand zwischen durchschnittlichem Verbrauch und Spitzenlast. Obwohl der Gesamtstromverbrauch tendenziell sinkt, werden die Ausschläge nach oben stärker.
„Insgesamt bestätigt dieses Ereignis, dass das belgische Stromsystem auch unter außergewöhnlich hoher Belastung robust funktioniert“, so die CREG. Gleichzeitig mache die Entwicklung deutlich, dass steigende Spitzenlasten, wetterabhängige Produktion und veränderte Verbrauchsmuster neue Herausforderungen für Netz, Markt und Preisgestaltung mit sich bringen. (belga/calü)

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