Schluss mit Nachrichten in deutscher Sprache bei der VRT

<p>Sparzwang und geringe Reichweite: Die VRT stellt ihre mehrsprachigen Angebote ein.</p>
Sparzwang und geringe Reichweite: Die VRT stellt ihre mehrsprachigen Angebote ein. | Screenshot: flanderninfo.be/Nico Conrath

Wie das Medienhaus mitteilt, werden die Webseiten Flandersnews.be, Flandreinfo.be und Flanderninfo.be zum 1. Dezember 2026 abgeschaltet. Die Entscheidung sei „nicht leichtgefallen“, erklärte die Chefredaktion in einem Beitrag auf ihrer Webseite. Gleichzeitig würdigt sie die Arbeit der Redaktionsteams, die bislang Nachrichten über Flandern, Brüssel und Belgien insgesamt auf Deutsch, Englisch und Französisch bereitgestellt haben. Dennoch habe man sich aus mehreren Gründen zu diesem Schritt entschlossen.

Ausschlaggebend seien vor allem die vergleichsweise geringe Reichweite der Angebote sowie finanzielle Zwänge, wie es in der Mitteilung heißt. Der Sender steht unter Spardruck und muss bis zum Jahr 2030 Einsparungen in Höhe von 16,6 Millionen Euro umsetzen. In diesem Zusammenhang hieß es, man müsse Prioritäten setzen, „um sicherzustellen, dass wir alle verfügbaren Mittel nutzen, um alle Zielgruppen mit vertrauenswürdigen Nachrichten und aktuellen Informationen zu erreichen“.

Es soll keine Entlassungen geben.

Von der Einstellung betroffen ist ein Redaktionsteam, das aus derzeit fünf Journalisten besteht, und zeitweise von freien Mitarbeitern unterstützt wird. Entlassungen soll es laut VRT jedoch nicht geben: Zwei Mitarbeiter treten in den Ruhestand, die übrigen sollen innerhalb der Online-Redaktion andere Aufgaben übernehmen. Zurzeit arbeiten drei Ostbelgier im Redaktionsteam: Martina Luxen aus Medell, Andreas Kockartz aus Eupen und Klaus Haas aus Schönberg.

Mit dem Aus für die mehrsprachigen Webseiten endet zugleich ein Kapitel flämischer Mediengeschichte. Die Wurzeln reichen bis in den Zweiten Weltkrieg zurück, als belgische Sendungen aus dem Londoner Exil ausgestrahlt wurden. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich daraus ein internationaler Rundfunkdienst, der später unter dem Namen „Radio Vlaanderen Internationaal“ bekannt war. Nachdem dieser Auslandsrundfunk Mitte der 2000er Jahre eingestellt worden war, verlagerte sich das Angebot ins Internet. Die heutigen Webseiten entstanden aus dieser Entwicklung und richteten sich gezielt an ein internationales Publikum, aber eben auch an die deutschsprachigen Belgier. Noch bis Ende November sollen dort neue Beiträge erscheinen. Danach wird das mehrsprachige Online-Angebot des flämischen Rundfunks endgültig eingestellt. (nico)

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