Die Besetzung wird von Unterstützern des „Front anti-expulsion de Liège“ getragen, einem Netzwerk von Organisationen, die sich unter anderem im Kampf gegen Armut und für Obdachlose engagieren.
Vor Ort brachten die Aktivisten Transparente an. Darauf sind unter anderem Parolen wie „Ein selbstverwaltetes soziales Zentrum: Leere mit Solidarität füllen“ oder „Lüttich ist nicht zu verkaufen“ zu lesen. Inzwischen haben die Besetzer begonnen, das Gebäude einzurichten und mit Möbeln sowie Material auszustatten.
Auch erste Arbeiten wurden bereits durchgeführt, um die Räumlichkeiten nutzbar zu machen. Nach Angaben eines Beteiligten fand am Samstag eine öffentliche Eröffnung mit Musik und Redebeiträgen statt.
Langfristig soll der Ort Raum für verschiedene solidarische Initiativen bieten, darunter gemeinsame Mahlzeiten, Workshops oder Versammlungen. Ziel sei es, möglichst lange vor Ort zu bleiben und ein Zentrum nach dem Vorbild ähnlicher Projekte etwa in Italien aufzubauen.
Gleichzeitig räumen die Aktivisten ein, dass ihre Zukunft im Gebäude vom Eigentümer abhängt. Dieser habe jedoch ein Interesse daran, dass das leer stehende Objekt instand gehalten werde.
Perspektivisch planen die Beteiligten feste Öffnungszeiten sowie die Einrichtung eines Organisationskomitees und regelmäßiger Vollversammlungen. Ein selbstverwaltetes Zentrum bedeute nicht, dass es keine Regeln gebe, betonen sie.
Die Polizei wurde über die Situation informiert und beobachtet die Entwicklung. Nach eigenen Angaben nahm sie bereits Kontakt mit den zuständigen Behörden und dem Eigentümer auf. Am Samstag beendeten Einsatzkräfte zudem Aktivitäten im öffentlichen Raum vor dem Gebäude, da diese ohne Genehmigung stattgefunden hatten. (belga/rt)

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