Mehr Kampf gegen Drogen: Belgien plant Hafenstaatsanwaltschaft

<p>Der Hafen von Antwerpen gilt als wichtiger Umschlagplatz – und zugleich als Brennpunkt für internationalen Drogenschmuggel.</p>
Der Hafen von Antwerpen gilt als wichtiger Umschlagplatz – und zugleich als Brennpunkt für internationalen Drogenschmuggel. | Illustrationsbild: belga

Die neue Struktur soll sich speziell mit Straftaten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel im Hafen von Antwerpen befassen. Ab 2027 sind dafür zusätzliche Mittel vorgesehen. Die genaue Ausgestaltung und die Zuständigkeiten der neuen Behörde müssen jedoch noch festgelegt werden.

Aus Sicht der Ministerin ist die Einrichtung „absolut notwendig“. Gleichzeitig kündigte sie an, auch Gerichte und Tribunale als wichtigen Bestandteil der Justizkette personell und strukturell zu stärken.

Der Hafen von Antwerpen gilt seit Jahren als bevorzugtes Ziel internationaler krimineller Netzwerke. Diese nutzen die Infrastruktur gezielt für den Schmuggel von Drogen nach Europa. Die Auswirkungen reichen laut Ministerium weit über den Hafen hinaus: Der zunehmende Kokainhandel gefährde die öffentliche Gesundheit, erhöhe Sicherheitsrisiken, störe wirtschaftliche Abläufe und belaste lokale Gemeinschaften.

Die Zahlen unterstreichen das Ausmaß des Problems: Belgische Gerichte behandelten im Jahr 2025 insgesamt 80 Fälle im Zusammenhang mit Drogeneinfuhren über den Hafen. Daraus resultierten 242 Verurteilungen und zusammengerechnet 918 Jahre Haft. Zudem wurden Vermögenswerte in Höhe von rund 403 Millionen Euro eingezogen und Geldstrafen von über 4,6 Millionen Euro verhängt.

Auch der Zoll meldet hohe Sicherstellungen: Im vergangenen Jahr wurden im Hafen von Antwerpen etwa 55 Tonnen Kokain sowie 20 Tonnen Cannabis beschlagnahmt.

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment